Eine Frau in Frankreich mit einer Maske.
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ParisIn Frankreich ist am Montag eine verschärfte Maskenpflicht in Kraft getreten. Der Mund-Nasen-Schutz muss nun erstmals auch in Geschäften, Einkaufszentren, Banken, geschlossenen Markthallen, Verwaltungsbehörden und anderen öffentlich zugänglichen Räumen getragen werden. 

In Restaurants, Cafés oder Kinos gelten weiter spezielle Regeln: Dort muss die Maske am Platz nicht getragen werden – nur dann, wenn sich jemand durch den Raum bewegt. Bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht werden 135 Euro Strafe fällig. Bislang galt eine allgemeine Maskenpflicht in Frankreich nur in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Corona-Infektionszahlen in Frankreich waren zuletzt wieder gestiegen. Virologen beklagen, dass sich in der Urlaubszeit kaum noch jemand an Schutzmaßnahmen hält. Dazu zählen ein Mindestabstand von einem Meter und der Verzicht auf den üblichen Wangenkuss zur Begrüßung. Frankreich zählt mit mehr als 30.000 Todesfällen zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa.

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran sprach von „beunruhigenden Zeichen eines Wiederauflebens der Epidemie“. Es gebe 400 bis 500 Infektionsherde im ganzen Land. „Wir sind aber noch sehr weit entfernt von der zweiten Welle“, sagte er laut der Nachrichtenagentur AFP.

Unter anderem im Grenzgebiet zu Deutschland und in der Bretagne wurden zuletzt viele Fälle bekannt. Der sogenannte R-Faktor liegt in Frankreich seit Anfang Juli bei 1,2: das heißt, jeder Infizierte steckt mehr als einen Menschen an.