BerlinNach dem islamistischen Terroranschlag in Wien sind auch die Berliner Sicherheitsbehörden besonders aufmerksam und wachsam. Die Schutzmaßnahmen der Polizei für gefährdete Objekte wie Synagogen seien „sowieso auf hohem Niveau“, teilte ein Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Aktuell gebe es nun noch eine „verstärkte Wachsamkeit“.

Geisel kündigte über Twitter an: „Unsere Antwort muss sein: konsequent die Täter verfolgen, bestrafen und die Hintergründe der Tat benennen. Unsere Antwort darf nicht sein: Die europäischen Werte von Freiheit, Toleranz und Vielfalt infrage zu stellen. Terror soll Angst verbreiten. Das dürfen wir nicht zulassen.“

In Berlin stufte der Verfassungsschutz Ende 2019 1140 Menschen als Salafisten - also besonders radikale Muslime - ein. Die Zahl nimmt seit langem von Jahr zu Jahr zu. 10 Prozent der etwa 100 Berliner Moscheen dienen demnach den Salafisten als Treffpunkte. Laut Verfassungsschutz gehören etwa 30 Menschen zu einem „islamistisch-terroristischen“ Potenzial, sie kommen vor allem aus dem Nordkaukasus.

In ganz Deutschland zählte die Polizei Anfang Juli dieses Jahres 629 sogenannte islamistische Gefährder. Als solche bezeichnet sie Menschen, denen sie eine politisch motivierte Straftat von erheblicher Bedeutung zutraut – etwa einen Terroranschlag. Nach Einschätzung von Innenpolitikern sind das zu viele potenzielle Gewalttäter, um sie rund um die Uhr zu überwachen.