Versuchte Tötung in Plänterwald – MoKo ermittelt, Mantrailer eingesetzt

Am Samstagabend ist in Berlin-Köpenick offenbar zu einer versuchten Tötung gekommen. Mindestens ein Mann wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

Mantrailer der Polizei nimmt eine Fährte auf.
Mantrailer der Polizei nimmt eine Fährte auf.Morris Pudwell.

In einer Wohnung ist es am Samstagabend offenbar zu Streitigkeiten zwischen mehreren Personen gekommen. Dabei wurde eine Person lebensgefährlich verletzt. 

Nach Angaben der Polizei befanden sich zwei Frauen und drei Männer am Samstagabend in der Wohnstätte, als zwischen den Männern ein Streit ausbrach. Die 45 Jahre alte Mieterin der Wohnung alarmierte daraufhin die Polizei. Bei der Auseinandersetzung wurde einer der Männer mit Messerstichen attackiert. Die anderen beiden Männer flüchteten. Es soll sich bei ihnen um einen 32-Jährigen, der mit der Mieterin verlobt ist, und dessen Bruder handeln. Worum es in dem Streit ging, ist bislang unklar.

Alarmierte Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr versorgten den Verletzten. Anschließend wurde der Mann in Begleitung eines Notarztes in ein Krankenhaus verbracht, wo er notoperiert wurde, teilte der Polizeireporter Morris Pudwell am frühen Sonntagmorgen mit. Über die Art und schwere der Verletzungen konnten keine Angaben gemacht werden. 

Polizei setzt Personenspürhund ein

Von der Wohnung in der Köpenicker Landstraße bis hin zum Dammweg soll sich eine rund 300 Meter lange Blutspur erstreckt haben. Woher das Blut stammt, ist derzeit unklar. Die Spur sei von einer Einsatzhundertschaft der Berliner Polizei festgestellt worden, während eine Nahbereichsabsuche stattgefunden habe.

Spurensicherung der Berliner Polizei.
Spurensicherung der Berliner Polizei.Morris Pudwell

Da es sich mutmaßlich um eine versuchte Tötung handelte, zog die Kriminalpolizei Einsatzkräfte der Kriminaltechnik beziehungsweise Spurensicherung hinzu. Gegen 2.40 Uhr wurde offenbar ein sogenannter Mantrailer – Personenspürhund – der Diensthundestaffel der Berliner Polizei eingesetzt.

Dem Hund wird eine Tüte mit dem vermeintlichen Geruch des mutmaßlichen Täters über die Nase gehalten.
Dem Hund wird eine Tüte mit dem vermeintlichen Geruch des mutmaßlichen Täters über die Nase gehalten.Morris Pudwell

Bei dem sogenannten Mantrailing verfolgen speziell ausgebildete Hunde die Geruchsspur eines bestimmten Menschen. Dazu benötigen die Tiere einen Geruchsträger wie etwa ein Kleidungsstück oder Taschentuch, das mit der gesuchten Person in Berührung gekommen ist. Die Geruchsprobe wird dabei üblicherweise in eine Plastiktüte verpackt, sodass eine Verunreinigung durch fremde Gerüche ausgeschlossen werden kann. 

Hund verfolgte Spur bis zum S-Bahnhof Plänterwald

Nach Angaben des Reporters nahm der Hund sogleich eine Fährte auf. Die Beamten mussten teilweise rennen, um mit dem Tier mitzuhalten. Die Spur führte offenbar quer über die Köpenicker Landstraße, durch ein Wohngebiet an der Erich-Lodemann-Straße bis hin zum S-Bahnhof Plänterwald.

Auf dem Bahnsteig, rund 480 Meter nach der Fährtenaufnahme, verlor der Hund augenscheinlich die Spur. Vermutlich nahm der mutmaßliche Täter eine S-Bahn in unbekannte Richtung. (Mit dpa)