Versuchter Anschlag auf iranische Botschaft in Berlin

Ein Mann versuchte, den Zaun der iranischen Botschaft in Berlin-Dahlem anzuzünden. Ein Zusammenhang mit Protesten für Mahsa Amini ist nicht ausgeschlossen.

Botschaft des Iran in Berlin-Dahlem.
Botschaft des Iran in Berlin-Dahlem.dpa/Britta Pedersen

Ein 34-jähriger Mann hat versucht, vor dem Gebäude der iranischen Botschaft in Berlin-Dahlem einen Brandanschlag zu verüben. Wie die Polizei der Berliner Zeitung bestätigt, goss der Mann Flüssigkeit am Zaun des Botschaftsgebäudes aus und zündete diese an.

Der Objektschutz schritt ein und hielt den Mann fest, bis die Polizei eintraf. Der Täter, bei dem es sich um einen Iraner handelt, wurde festgenommen. Am Botschaftszaun in der Drygalskistraße entstand Sachschaden. Ein Betonsockel wurde verrußt, ein Metallschild beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Versuchter Anschlag auf iranische Botschaft: Staatsschutz ermittelt

Der Staatsschutz der Berliner Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Dass der versuchte Anschlag im Zusammenhang mit den Protesten im Iran steht, ist nicht ausgeschlossen.

Auslöser der Proteste im Iran ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini Mitte September. Die Sittenpolizei hatte die junge Frau wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ festgenommen.

Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Sie fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben. Die Polizei weist das zurück. Seit dem Tod der Frau demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie den Kopftuchzwang.

Über 90 Menschen bei Protesten im Iran getötet

Nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) sind bei den landesweiten Protesten bisher mehr als 90 Menschen getötet worden. Wie die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation am Sonntag mitteilte, wurden in den zwei Wochen nach dem Tod Aminis mindestens 92 Menschen im Iran im Zuge des Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten getötet.

Nach Aminis Tod hatte die US-Regierung bereits Sanktionen gegen die iranische Moralpolizei und hochrangige Sicherheitsbeamte verhängt.