Berlin - Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben am Mittwochmorgen eine Wohnung in Marienfelde gestürmt und einen jungen Mann verhaftet. Der 21-Jährige ist dringend tatverdächtig, vor über drei Monaten bei einer Schussabgabe auf einen 29-Jährigen beteiligt gewesen zu sein. Nach intensiven Ermittlungen der 2. Mordkommission hatte ein Richter einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen den Verdächtigen erlassen.

Nach Angaben der Polizei wird dem 21-Jährigen vorgeworfen, am 27. November 2020 vor einem Kreuzberger Geschäft an der Ecke Mittenwalder Straße/Fürbringerstraße mit weiteren Komplizen den 29-Jährigen angegriffen zu haben. Demnach war die Gruppe gezielt auf ihr Opfer zugegangen. Aus kurzer Distanz wurden dann mehrere Schüsse auf ihn abgefeuert, hieß es. Der 29-Jährige kam schwer verletzt ins Krankenhaus, wo er notoperiert werden musste. Ermittler der Mordkommission gehen davon aus, dass es sich dabei um familiäre Streitigkeiten zwischen Mitgliedern arabischer Clans handelte. Näheres zu dem Motiv wurde nicht bekannt. 

Schwer bewaffnete SEK-Beamte stürmten daraufhin am Mittwochmorgen, gegen 6 Uhr, die Wohnung des 21-Jährigen. Der Verdächtige sollte noch am selben Tag einem Ermittlungsrichter zur Verkündung des Haftbefehls vorgeführt werden. Ob auch die Komplizen des jungen Mannes ermittelt werden konnten, war zunächst unklar.