An der Ostseeküste sind zum ersten Mal in diesem Sommer Vibrionen-Infektionen erfasst worden.
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StralsundTrotz mehrerer aktueller Fälle von Vibrionen-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern müssen nach Angaben von Experten derzeit keine Badeverbote verhängt werden. „Jeder sollte selbst entscheiden können, ob er ins Wasser geht“, sagte Jörg Heusler, Leiter des Fachdienstes für Gesundheit beim Landkreis Vorpommern-Rügen. Das berichtet die Ostsee-Zeitung am Mittwoch.

Bei Vibrionen sei es „ähnlich wie bei den Cyanobakterien (Blaualgen)“, so Jörg Heusler. „Sie bewegen sich im Wasser weiter. Wo sie gerade waren, können sie zwei Stunden später schon längst wieder verschwunden sein.“ Im Prinzip könne man nicht sagen, dass sie derzeit an einem bestimmten Ort auftreten, sondern „man muss davon ausgehen, dass sie jetzt überall sein können“.

Dem Bericht der Ostsee-Zeitung zufolge hält Jörg Heusler Badeverbote trotzdem nicht für sinnvoll. „Es ist möglich, dass die Bakterien auftreten können. Aber für welche Regionen sollte das Verbot ausgesprochen werden, wenn die Bakterien ständig in Bewegung sind? Und wie soll es dann umgesetzt werden? Es muss schließlich auch Leute geben, die dann schauen, ob sich an das Verbot gehalten wird.“  

Sollte man nach dem Baden Symptome einer Wundinfektion wie etwa Rötungen oder Schwellungen um die Wunde oder Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder Durchfall haben, sollte den Angaben zufolge jedoch unverzüglich ein Arzt konsultiert werden.

Wie der Chef des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock, Heiko Will, am Dienstag sagte, wird derzeit eine 87-jährige Frau auf der Intensivstation in einem Krankenhaus in Ribnitz-Damgarten (Landkreis Vorpommern-Rügen) wegen einer durch Vibrionen verursachten Blutvergiftung behandelt. Darüber hinaus gebe es zwei weitere Fälle in Greifswald.