Video: Nord-Stream-Lecks bringen Ostsee zum Brodeln

Ein Video des dänischen Militärs zeigt, wie das Gas an der Wasseroberfläche ankommt. Zuvor habe es an den Stellen heftige Explosionen gegeben. Ein Anschlag?

Ein Screenshot von dem Video der dänischen Marine zeigt, wie das Gas die Wasseroberfläche der Ostsee zum Brodeln bringt.
Ein Screenshot von dem Video der dänischen Marine zeigt, wie das Gas die Wasseroberfläche der Ostsee zum Brodeln bringt.Twitter/Forsvaret

Aus den Pipelines Nord Stream 1 und 2 von Russland nach Deutschland tritt derzeit an drei Stellen in der Nähe der Insel Bornholm unkontrolliert Gas aus. Die dänische Marine veröffentlichte am Dienstag ein Video auf Twitter, auf dem eine großflächige Blasenbildung an der Meeresoberfläche der Ostsee zu sehen ist. An einer Stelle seien die Blasen demnach auf einer kreisförmigen Fläche von einem guten Kilometer Durchmesser zu beobachten, erklärte das Militär. 

Wie Radio Schweden berichtet, haben schwedische Seismologen herausgefunden, dass an denselben Stellen, wo in der Nacht das Gas austrat, heftige Explosionen festgestellt wurden. Eine davon erreichte eine Stärke von 2,3 auf der Richterskala und wurde von 30 Messstationen in Südschweden registriert.

Schweden berief daraufhin Krisenstäbe ein, an denen mehrere Ministerien und Behörden beteiligt seien, sagte die schwedische Außenministerin Ann Linde am Dienstag der Zeitung Aftonbladet. Wie der Rundfunksender DR berichtet, versammelten sich auch im benachbarten Dänemark Vertreter mehrerer Behörden im nationalen operativen Stab. Dieser Krisenstab tritt in Dänemark unter anderem bei größeren Krisen, Katastrophen und Terrorangriffen zusammen und soll in solchen Lagen die Zusammenarbeit der Behörden sicherstellen.

In der Bundesregierung herrscht nach dem plötzlichen Druckabfall in den Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 die Sorge, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf die europäische Gasinfrastruktur und die Gasmärkte handeln könnte. Dass drei von vier Strängen der Ostseepipelines beschädigt sind, sei kein Zufall, sagte ein Insider dem Nachrichtenmagazin Spiegel.

Das westliche Militärbündnis Nato untersucht nun die Gaslecks an den Nord-Stream-Pipelines. „Die Nato beobachtet die Situation in der Ostsee genau“, sagte ein Vertreter des Bündnisses am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Bündnispartner seien dabei auch im engen Austausch mit den Ostseeanrainern Finnland und Schweden, die zwar einen Mitgliedsantrag gestellt haben, aber noch keine Nato-Mitglieder sind.