Berlin/ Tokio - Der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Patrick Moster, sorgt für einen Rassismus-Skandal bei den Olympischen Spielen. Während des Zeitfahrens rief er seinem Fahrer Nikias Arndt am Straßenrand zu: „Hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber, komm!“ Vor Arndt waren der Eritreer Amanuel Ghebreigzabhier und der Algerier Azzedine Lagab im Kampf gegen die Uhr auf die Strecke gegangen.

Im Internet macht derzeit ein Videomitschnitt des Deutschlandfunks die Runde, in der Moster deutlich zu hören ist.

„Hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber, komm!“

Mittlerweile hat der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer seine rassistische Entgleisung erklärt. „Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen.“

Und weiter: „Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren“, sagte Moster. Und weiter: „Wir haben selbst viele Bekannte mit nordafrikanischen Wurzeln, wie gesagt, es tut mir leid.“

Auch der Deutsche Olympische Sportbund hat sich zu Wort gemeldet. „Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat“, teilte OSB-Präsident Alfons Hörmann mit. Man werde „noch heute das persönliche Gespräch mit ihm suchen und die Situation aufarbeiten“.