Berlin - Die Kluft zwischen Arm und Reich macht vielen Deutschen Sorgen. In einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gaben vier von fünf Befragten an, die Einkommensungleichheit sei hierzulande zu groß, wie die Organisation am Donnerstag mitteilte. Rund zwei Drittel (65 Prozent) sprachen sich demnach dafür aus, dass die Regierung über Steuern und Sozialleistungen für eine Verringerung der Einkommenskluft sorgen soll.

Lediglich vier Prozent äußerten die Ansicht, dass Armut vor allem eine Folge mangelnder Anstrengung sei und weniger mit Ungerechtigkeit oder Pech zu tun habe. Die für die Studie verwendeten Daten stammen größtenteils aus dem Jahr 2017. Demnach gehört Deutschland zu den Ländern, in denen es im OECD-Vergleich als besonders schwierig angesehen wird, die Armut der eigenen Familie hinter sich zu lassen.

Einkommenskluft in OECD-Ländern wächst

Die Befragten beantworteten hierzu unter anderem die Frage, wie viele von 100 Kindern aus armen Haushalten auch als Erwachsene noch arm sein würden. In Deutschland wurde diese Zahl auf durchschnittlich 60 geschätzt, in der OECD insgesamt auf 56.

Die Organisation wies darauf hin, dass sich die Einkommenskluft in den vergangenen drei Jahrzehnten in vielen OECD-Ländern tatsächlich vergrößert habe. Zugleich stagniere die soziale Mobilität.