Madrid - Die spanische Hauptstadt Madrid hat angesichts der drastisch steigenden Zahl von Corona-Infektionen die Gegenmaßnahmen weiter verschärft. So beginnt die nächtliche Ausgangssperre in der Millionenmetropole ab Montag schon eine Stunde früher um 22 Uhr, so wie das in anderen spanischen Regionen schon seit Längerem gilt.

Die konservative Regionalregierung hatte sich lange gegen einschneidendere Maßnahmen gesträubt. Die hohe Zahl der Neuinfektionen und die Überlastung der Intensivstationen mit Corona-Patienten zwangen die Verantwortlichen nun aber zur Kehrtwende, wie die Zeitung El País am Sonnabend schrieb. Deutschland hatte Spanien neben anderen Ländern wegen der besorgniserregenden Corona-Zahlen am Vortag zum Hochrisikogebiet erklärt, was das Reisen in das beliebte Urlauberland weiter erschweren soll.

Allerdings sind auch die neuen Maßnahmen Madrids nicht ganz so streng wie in manchen anderen Teilen des Landes, vor allem die für Gaststätten. So dürfen an Treffen in Restaurants, die spätestens um 21 Uhr schließen müssen, zwar künftig nur noch maximal vier Personen teilnehmen, sie müssen jedoch nicht aus demselben Haushalt stammen. Zudem dürfen Gaststätten auch weiter in Innenräumen bedienen. Anders sieht es bei privaten Treffen zu Hause aus. Dorthin darf dann in Madrid niemand mehr Gäste aus anderen Haushalten einladen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag in Madrid nach den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Freitagabend bei 495. Das ist höher als der spanische Durchschnitt, der bei 410 lag. Zum Vergleich: In Deutschland wurde dieser Wert am Sonnabend mit 113 angegeben. Die Zahl der registrierten Corona-Toten ist hingegen in Spanien zurzeit mit etwa 400 pro Tag niedriger als in Deutschland. Experten befürchten jedoch, dass die Todeszahlen wegen der hohen Infektionsrate bald steigen könnten.