Barcelona - Fast auf den Tag genau vier Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag in Barcelona hat ein falscher Bombenalarm die Passanten des Boulevards Las Ramblas am Montag erneut in Angst und Schrecken versetzt. Nach mehreren sehr lauten Explosionen in der Nähe des bei Touristen besonders beliebten Marktes La Boquería schloss die katalanische Polizei einen Anschlag jedoch aus. Bei einer Party in einem Gebäude seien wohl Feuerwerkskörper gezündet worden. Es gebe weder Verletzte noch Schäden. Der Fall werde aber eingehend untersucht, hieß es.

Die Explosionen ereigneten sich gegen 12.30 Uhr. Sie hätten auf der Straße, aber auch in Wohnungen, in Läden und bei Touristen in den zahlreichen Hotels des Stadtviertels im Zentrum von Barcelona Panik verursacht, schrieb die Regionalzeitung El Periódico. „Ich habe vier Explosionen gehört, und bei der fünften habe ich gedacht, dass etwas Schlimmes passiert sein müsse“, zitierte das Blatt einen Passanten. „Es war plötzlich alles voller Feuerwehrmänner.“

2017: Anschläge in Spanien forderten 16 Todesopfer

Der Anschlag erschütterte Barcelona und ganz Spanien im Sommer 2017: Am Nachmittag des 17. August raste ein Lieferwagen auf Las Ramblas in eine Menschenmenge. Dabei starben 14 Passanten, 118 wurden verletzt. Die Opfer stammten aus 34 Ländern. Auf der Flucht erstach der 22-jährige Fahrer des Lieferwagens ein weiteres Opfer, bevor er am 21. August von der Polizei erschossen wurde.

Kurz nach der Attacke steuerten fünf Männer im Badeort Cambrils etwa 100 Kilometer südwestlich von Barcelona ein Auto in eine Gruppe von Passanten. Eine Frau starb, sieben Menschen wurden verletzt. Die Polizei erschoss die Terroristen. Die Miliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Taten für sich. Nach Behördenangaben hatte die Gruppe größere Anschläge etwa auf die Kirche Sagrada Familia in Barcelona geplant. Die drei überlebenden Täter wurden erst im Mai zu Haftstrafen zwischen acht und mehr als 53 Jahren verurteilt.