Heilbronn/Weinsberg - Die Polizei warnt vor vier gefährlichen Verbrechern, die am Mittwochabend aus einer geschlossenen Station einer Klinik im baden-württembergischen Weinsberg bei Heilbronn ausgebrochen sind. Die geflüchteten Männer, darunter drei verurteilte Straftäter, gelten als gefährlich und sind möglicherweise bewaffnet, erklärte ein Polizeisprecher. Ermittler warnen davor, Anhalter mitzunehmen. Die Männer versuchen vermutlich, in andere Bundesländer zu gelangen, hieß es.

Bei der Suche hoffen die Ermittler auf Hinweise aus der Bevölkerung. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Gefunden wurden die Männer bisher noch nicht. Die Polizei veröffentlichte deshalb Namen und Fotos der vier Männer im Alter von 24 bis 37 Jahren. Bei den vier Gesuchten handelt es sich nach Angaben der Polizei um Benjamin Nieweg, Christian Duga, Mikael Ademi und Yousef Cherif. 

Polizei Heilbronn
Die Polizei Heilbronn sucht nach diesen vier Männern. 

Viele Fragen ließ die Polizei zunächst unbeantwortet. Weshalb die vier Männer in der geschlossenen Station und zum Maßregelvollzug in der Klinik untergebracht worden waren, blieb ebenso unklar wie die Frage, wie sie am Mittwochabend gegen 22 Uhr aus dem Komplex fliehen konnten. Beim Maßregelvollzug geht es um die Unterbringung psychisch kranker oder suchtkranker Straftäter. Ziel ist es, den Schutz der Bevölkerung und eine Therapie der Patienten zu gewährleisten.

Das Klinikum am Weissenhof – Zentrum für Psychiatrie Weinsberg ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg. Es ist der Aufsicht des Landes Baden-Württemberg unterstellt und bietet psychiatrisch-psychotherapeutische und psychosomatische Behandlung und Betreuung psychisch kranker Menschen in der Region Heilbronn.

2015 war ein 60 Jahre alter Patient im Maßregelvollzug in Weinsberg umgebracht worden. Damals hatte sich der Tatverdacht gegen den Mitbewohner des Mannes gerichtet. Der 34 Jahre alte Tatverdächtige hatte sich erhängt, als der Fall damals vor dem Heilbronner Landgericht verhandelt wurde.