Berlin -  In Neuseeland gibt es sie hier und da schon, in Island seit kurzem auch. Jetzt will auch Schottland sie testen: die Vier-Tage-Woche. Laut Medienberichten plant die schottische Regierung eine Testphase, bei der die wöchentliche Arbeitszeit reduziert werden soll. Die BBC verweist auf einen Bericht, in dem erste Erfahrungen aus den Testphasen in Island und Neuseeland dokumentiert sind – er soll den Schotten zur Orientierung dienen. 

Ein mögliches Konzept wäre, nicht jede Woche die Arbeitsstunden gleichermaßen zu reduzieren. Laut Umfrage werde das Modell von 80 Prozent der Befragten befürwortet. Es steigere Wohlbefinden und Produktivität und sorge für eine gute Work-Life-Balance. Außerdem könnten bestimmte Gruppen, etwa Eltern, besonders profitieren. Denn die Idee sieht vor, dass der Lohn derselbe bleibt – trotz weniger Stunden. Auch der Ertrag soll im Idealfall gleich bleiben. Die zentrale Stellschraube ist die Produktivität: 20 Prozent weniger, dafür aber umso effektiver arbeiten. 

Bei dem Vorhaben handelt es sich derzeit nur um ein Pilotprojekt. Schottlands Regierung will Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die Bedürfnisse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Arbeitsbedingungen und -praktiken in Zukunft optimiert werden können. Eine Studie der University of Auckland, die die Testphase der Vier-Tage-Woche in Neuseeland begleitete, zieht durchweg positive Bilanz: weniger Stress, mehr Arbeitsbereitschaft und Ansporn, eine gesteigerte Work-Life-Balance.