Rio de Janeiro - Patienten, die wegen einer Corona-Erkrankung auf Intensivstationen in Brasilien behandelt werden, dürfen nicht von ihren Angehörigen besucht werden. Weil sie sich in der schweren Zeit aber nach menschlichem Kontakt und Trost sehnen, kam einer Pflegerin in Rio de Janeiro die Idee, Plastikhandschuhe mit warmem Wasser zu füllen und sie den Erkrankten zum Halten in die Hände zu legen. Der Journalist Sadiq Bhat verbreitete ein Foto von der Aktion auf Twitter.

In dem Tweet mit dem Foto schrieb Bhat „Ich ziehe den Hut vor denen, die an vorderster Front arbeiten. Dies ist eine eindringliche Erinnerung daran, in welcher düsteren Lage sich die Welt befindet.“

Pflegerin nennt ihre Erfindung „Hand Gottes“

Laut dem brazilianischen News-Portal G1 Globo stamme die Idee von Krankenschwester Lidiane Melo. Zunächst habe sie die warmen Handschuhe nur genutzt, um die Durchblutung ihrer Patienten zu fördern, berichtete die Medizinerin. Eine schwer an Covid-19 erkrankte Patientin hatte der Krankenpflegerin zu verstehen gegeben, dass sie ängstlich sei und sich nach menschlicher Nähe sehne. Sie bat die Pflegerin darum, ihre Hand zu halten. Doch ihr selbst fehlte demnach zum Händehalten die Zeit und so gab sie der Patientin die mit Wasser gefüllten Handschuhe.

Die Patientin habe sich schnell davon beruhigt gefühlt. Melo habe ihrer Patientin gesagt, sie solle sich vorstellen, dass sie „die Hand Gottes“ halte. Die Aktion verbreitete sich schnell auf der Station. Brasilien ist mit zuletzt etwa 100.000 Neuinfektionen pro Tag das nach den USA von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land.