Virales Video: Humanoider Roboter „Atlas“ hilft auf Baustelle aus

Mit seinen Tanz- und Parkourvideos wurde der Roboter bereits zum Internetstar. Jetzt soll er seine Fähigkeiten in der Arbeitswelt unter Beweis stellen.

Roboter „Atlas“ bei einer Fachmesse im Jahr 2017.
Roboter „Atlas“ bei einer Fachmesse im Jahr 2017.imago/AFLO

Er läuft, springt, löst Probleme und macht zum krönenden Abschluss einen Rückwärtssalto: Die US-Robotikfirma Boston Dynamics hat ein Video ihres Roboters „Atlas“ veröffentlicht, in dem der hydraulische Humanoid seine Fähigkeiten als Bauarbeiter der Zukunft unter Beweis stellt.

In dem Video mit dem Titel „Atlas gets a grip“ (Atlas bekommt’s hin) hilft der Roboter aus dem 3D-Drucker auf einer simulierten Baustelle aus. Etwas unsicher sieht er noch aus, wie er in der mit blauen Schutzmatten ausgelegten Lagerhalle umhertapst. Ein bisschen wie jemand, der nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen möchte – was ihm nicht ganz gelungen wäre. Fast fünf Millionen Mal wurde das Video bei Twitter bereits angesehen. Als sein menschlicher Kollege ihm zuruft, er habe „mal wieder“ seine Werkzeuge vergessen, läuft „Atlas“ aber selbstbewusst los, um sie zu holen.

Roboter-Hund „Spot“ ist bereits im Handel

Das US-Unternehmen forscht bereits seit einigen Jahren an dem zweibeinigen Roboter, eine Variante auf Rädern ist bereits auf dem Markt. „Spot“, der Roboterhund, ging schon 2019 in Serienproduktion. Für Schlappe 75.000 US-Dollar ist der Aushilfsroboter frei verkäuflich – Einsatzbereiche sollen laut Boston Dynamics zum Beispiel Baustelleninspektion oder Erkundungsmissionen in Gefahrengebieten sein.

Dass „Atlas“ äußerlich dem Menschen nachempfunden ist, hat dabei nicht nur sentimentale Gründe. „Humanoide sind in mehrfacher Hinsicht interessant“, erklärt Scott Kuindersma, Forschungsleiter bei Boston Dynamics. „Sie erfüllen unsere Erwartungen an einen Roboter der Zukunft, der überall hingehen und alles tun kann. Vielleicht sind sie nicht das beste Design für jede bestimmte Aufgabe, aber wenn man eine einzelnes Produkt bauen wollte, das eine Vielzahl physischer Aufgaben erfüllen kann, wissen wir, dass ein menschliches Design dazu in der Lage ist.“

Im Internet hat „Atlas“ mit seinen Videos – zuletzt beim gekonnten manövrieren durch einen Hindernisparkour – bereits eine treue Zuschauerschaft. „Jetzt fangen wir an, Atlas wirklich einzusetzen und darüber nachzudenken, wie der Roboter in der Lage sein sollte, Objekte in seiner Umgebung wahrzunehmen und zu manipulieren“, so Kuindersma.

Auch deutsche Firmen sind an dem Rennen um die ersten voll einsatzfähigen Roboter beteiligt. Im Schwarzwald wird derzeit ein fahrender Baustellenroboter fertiggestellt, der an sonst schwer zu erreichenden Stellen bohren und Dübel setzen kann. „Mit diesem Roboter können unsere Kunden körperlich anstrengende Arbeiten minimieren“, erklärte Matthias Schneider von der Fischer Group bei Vorstellung des „Baubots“.