Berlin Nachdem die Ständige Impfkommission (Stiko) am Montag eine Stellungnahme vorgelegt hat, in welcher Reihenfolge die Menschen geimpft werden sollen, gehen die im Virchowbund organisierten niedergelassene Ärzte auf die Barrikaden.

Kritisiert wird, dass zwar Rettungsdienst und Notaufnahmen von der Impfkommission mit der höchsten Priorisierung versehen wurden, der kassenärztliche Notdienst dagegen zwei Stufen niedriger eingestuft sei: „Dass im Kassenärztlichen Notdienst und in den Praxen niedergelassener Allgemeinärzte bis heute rund 94 Prozent aller Corona-Abstriche gemacht werden, blendet die Stiko-Beschlussempfehlung völlig aus“, stellt Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (Virchowbund), fest.

Die Mehrzahl der Covid-19-Erkrankungen – nämlich 19 von 20 – würden laut Angaben des Virchowbundes im niedergelassenen Bereich behandelt, von Hausärzten, HNO-Ärzten und Pneumologen. Auch diese Gruppe komme nur auf die dritthöchste Prioritätenstufe bei medizinischem Personal.

Laut Impfkommission sollen als erste Personengruppen geimpft werden, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Infektion haben. Die oberste Priorisierung soll daneben auch für Menschen gelten, die „besonders exponiert sind oder engeren Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben“.