Berlin - Für den Virchowbund der niedergelassenen Ärzte bietet die aktuelle Corona-Lage und die ab sofort geltende Bundes-Notbremse Gelegenheit für Optimismus. „Ich sehe die Chance, dass die dritte Welle gerade gebrochen wird“, sagte der Vorsitzende Dirk Heinrich der Neuen Osnabrücker Zeitung. Der wachsende Impfeffekt und die bisherigen Lockdown-Maßnahmen hätten die Zahlen bereits stabilisiert, nun greife die Notbremse.

Corona-Lage wird ab Ende Mai entspannter

Die Ausgangssperren würden „die riskanten Treffen in den Abendstunden wirksam verhindern, denn man kommt sonst ja nicht mehr nach Hause“, sagte Heinrich. „Derzeit finden noch zu viele Ansteckungen im Privatbereich statt.“ Ab Samstag gilt mit der Bundes-Notbremse auch die Ausgangssperre: Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr darf man die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück in der Regel nicht mehr verlassen, es gelten Ausnahmen etwa für den Weg zur Arbeit. Joggen und Spaziergänge bleiben bis Mitternacht erlaubt, allerdings nur alleine.

Seine Überzeugung sei: „Wir werden den Wettlauf zwischen Impfquote und Inzidenzen gewinnen, wenn wir jetzt noch zwei, drei Wochen die Füße still halten, den Lockdown ertragen und beim Impfen schneller werden“, sagte Heinrich. „Ende Mai wird die Lage deutlich entspannter sein. Dann werden wir etwa zwölf Millionen Menschen zusätzlich geimpft haben, dann sind 30, 35 Prozent der Menschen geimpft, und das hilft ganz enorm.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet zudem spätestens für Juni eine Freigabe der Corona-Impfungen für alle Impfwilligen in Deutschland. Dies bedeute, dass die Impfpriorisierung aufgehoben werde.