Berlin - Der Berliner Virologe Klaus Stöhr sagte in einem Interview mit dem Sender n-tv, dass Deutschland in der Corona-Pandemie die „stärkste Bekämpfungsrate weltweit“ habe. Danach schließe sich Griechenland an, auf Platz drei folge China. Stöhr bezieht sich damit auf Daten eines Instituts in Oxford, dessen Namen er nicht konkret nennt. Einige andere Länder, in denen die Inzidenzen drei- bis fünfmal höher seien, würden im Vergleich „viel weniger“ Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung ergreifen, so die Einschätzung des Experten. Beispielhaft nennt er Dänemark und England.

Der Virologe fordert, dass die Maßnahmen auch in Deutschland entsprechend der neuen Situation durch Omikron angepasst werden. Die ist in seinen Augen harmloser, als die Berichterstattung suggeriert: Stöhr fände es „gut“, wenn dort nicht nur über die steigenden Fallzahlen gesprochen werde – denn die Erkrankungen fielen häufig milde und asymptomatisch aus. Vielmehr gelte es auch zu beleuchten, dass „der Druck auf die Intensivstationen abnimmt, die Hospitalisierungsrate zurückgeht“, so die Worte des Experten.

Stöhr: Es geht in „Richtung Ende der Pandemie“

Dennoch rät der Virologe weiterhin zu Kontaktbeschränkungen, um die Viruslast zu reduzieren. Sein Appell: die Maßnahmen müssten der neuen, seiner Einschätzung nach harmloseren Situation angepasst werden. Aktuelle Studien zeigen, dass etwa „viermal mehr Fälle“ durch Omikron auftreten, aber gleichzeitig „nur ein Viertel“ der Betroffenen in Krankenhäuser eingeliefert werden müsse, erklärt Stöhr.

Ende Dezember forderte hingegen das Robert-Koch-Institut härtere Maßnahmen wegen Omikron. In einem Strategiepapier haben die RKI-Experten eine Reihe von Maßnahmen aufgelistet, etwa „maximale Kontaktbeschränkungen“, die bis Mitte Januar beibehalten werden sollten. Stöhr scheint angesichts der aktuellen Lage optimistisch: Es gehe in „Richtung Ende der Pandemie“, er nehme das als „gutes Zeichen“.