Bonn - Laut Virologe Hendrik Streeck ist eine Auffrischungsimpfung gegen Corona nicht für jeden notwendig. Dem Fernsehsender RTL sagte der Chef-Virologe der Uniklinik Bonn, die Geimpften hätten im Moment sehr hohe Immunantworten. Eine generelle Empfehlung für eine dritte Impfung für Menschen ohne Risiko oder ohne Immunsuppression würde er darum nicht geben.

Das Pharmaunternehmen Biontech hatte kürzlich mitgeteilt, dass es „auf Basis der bisher vorliegenden Daten“ wahrscheinlich sei, „dass eine dritte Dosis innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der vollständigen Impfung erforderlich sein wird“. Damit ließe sich die Immunantwort „boosten“ und sei auch gegen die Delta-Variante besonders wirksam. Streeck könne sich vorstellen, dass das für „chronisch Kranke oder Menschen, die schon älter sind und gar keine guten Immunantworten mehr machen“ im Herbst sinnvoll sei.

Wie lange der Impfschutz gegen Corona insgesamt wirkt, sei noch nicht genau bekannt. Erste Studien deuten laut Streeck allerdings darauf hin, dass Immunantworten etwa zwei oder drei Jahre halten könnten. „Es gibt sogar Studien, die sagen, es könnte ein Leben lang halten“, so Streeck weiter. Das sei zwar individuell sehr unterschiedlich, aber nach heutigem Kenntnisstand wäre laut Streeck für die meisten Menschen eine dritte Impfung überflüssig.