In der Debatte um den künftigen Corona-Kurs hofft der Bonner Virologe Hendrik Streeck auf Entscheidungen der Politik entsprechend den jüngsten Vorschlägen des Corona-Expertenrats. Zudem würde er von einem erneuten Lockdown abraten. Das sagte Streeck am Mittwoch in der ARD-Sendung „Maischberger“. Unabhängig davon, ob es eine Sommer-Coronawelle gebe oder nicht, müssten ohnehin Vorbereitungen für den Herbst getroffen werden, sagte Streeck. Die Politik habe viele schützende Instrumente wie Impfung und Masken an der Hand.

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hatte zuvor eine Rechtsbasis für schnelle Reaktionen auf mögliche steigende Infektionszahlen in Herbst und Winter gefordert. Streeck ist Mitglied des Rats wie auch eines davon unabhängigen Sachverständigenausschusses, der bis Ende Juni die bisherigen Corona-Maßnahmen bewerten soll.

Streeck: Das anlasslose Testen muss aufhören

„Wir können uns auf alles vorbereiten“, sagte Streeck. Auf die Frage, wie er zu der Möglichkeit eines neuen Lockdowns stehe, sagte er: „Ich würde keinen Lockdown empfehlen.“ Auch in der Stellungnahme des Expertenrats war davon nicht die Rede.

Streeck führte zur Begründung aus, wenn er die Kombination aus existierenden erwünschten Wirkungen den unerwünschten Wirkungen gegenüberstelle, würde er keinen Lockdown mehr empfehlen. Wichtig sei zudem, dass mit dem anlasslosen Testen aufgehört werde - auch an Schulen.