Fans des 1. FC Union bei einem Spiel gegen TSG 1899 Hoffenheim.
Foto: Matthias Koch

BerlinDer Essener Virologe Ulf Dittmer kritisiert die Pläne des 1. FC Union, schon bald wieder in vollen Stadien zu spielen. Dittmer hält Fußballspiele in vollen Stadion derzeit für unmöglich. Er bezeichnet entsprechende Pläne des Bundesligisten als „unverantwortlich“, schreibt die WAZ. 

Der Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Essen sagte in einem Interview mit der WAZ am Mittwoch: „Bevor wir keinen Impfstoff haben, wird es kein volles Stadion geben.“ Union strebt zum Saisonstart eine „Vollauslastung“ des Stadions an. Erreicht werden soll dieses Ziel demnach mithilfe von Corona-Tests für alle 22.012 Karteninhaber sowie alle weiteren Anwesenden vor Ort.

Zugang zum Stadion würden dann nur Zuschauer mit einem negativen Testergebnis erhalten. Dieses Ergebnis dürfe zudem nicht älter als 24 Stunden sein. „Es existieren zwei Probleme“, sagte Virologe Dittmer dazu. Der Test könne fehlerhaft abgenommen worden sein. Zudem könne „es sein, dass das Testergebnis zwar negativ ist, die Person aber eigentlich schon infiziert und einen Tag später im Stadion infektiös ist. Das kann man nicht ausschließen“.

Das genaue Konzept will der Klub gemeinsam mit dem Berliner Senat und dem zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick ausarbeiten. Der Start der neuen Bundesliga-Saison ist für den 18. September geplant.