Berlin - Angesichts der Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus fordert die Virologin Melanie Brinkmann für die Schulen ein neues Testkonzept. Die Professorin vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) spricht sich für den vermehrten Einsatz sogenannter Lollitests oder Gurgeltests aus – anstelle der weniger präzisen Antigen-Schnelltests. „Das spart Kosten und kann per PCR ausgewertet werden“, erklärte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das sei sehr effektiv, wenn es regelmäßig erfolge. Lollitests und Gurgeltests können auch gruppenweise abgenommen und auf einmal ausgewertet werden, nur bei positivem Ergebnis ist dann eine individuelle Nachtestung nötig.

Auch nach den Ferien werden viele Schüler nicht geimpft sein

Eine Vielzahl von Schülern dürfte zum Schuljahresbeginn weiter ungeimpft sein: Für jüngere gibt es noch keine Impfstoffe; für die über Zwölfjährigen sind Impfstoffe zwar zugelassen, die Ständige Impfkommission empfiehlt sie mangels ausreichender Daten über mögliche Folgewirkungen aber nur Vorerkrankten. „Die Delta-Variante wird nach den Sommerferien sehr schnell durch die Schulen rauschen, wenn wir keine Vorsorge treffen“, warnte Brinkmann.

Deshalb sollten Brinkmann zufolge Masken getragen werden, um die Infektionswahrscheinlichkeit zu senken. Auch Ventilatoren direkt in den Fensterscheiben seien eine gute Lösung. Dass jedes Klassenzimmer deutschlandweit bis nach den Ferien ein individuell zugeschnittenes Belüftungssystem habe, hält sie nach eigenen Worten für illusorisch.