Düsseldorf/Berlin - Der Telekommunikationskonzern Vodafone hat Strafanzeige gegen Vertriebspartner erstattet, die Kunden und das Unternehmen betrogen haben sollen. Es gehe im Wesentlichen um Vertragsabschlüsse und Buchungen von Angeboten ohne Zustimmung der Kunden, teilte ein Vodafone-Sprecher am Mittwoch mit.

Daneben habe Vodafone Indizien dafür, dass durch Vertriebspartner datenschutzrechtliche Bestimmungen verletzt worden seien. Darüber habe man den Bundesbeauftragten für Datenschutz sowie potenziell betroffene Kunden informiert. In den fertig ermittelten Fällen habe Vodafone umgehend Strafanzeige gegen die Beteiligten erstattet und außerordentliche Kündigungen gegenüber Partneragenturen ausgesprochen. Über die Fälle hatte zuerst die WAZ berichtet.

Vodafone wurde durch Missbrauch bei Provisionen geschädigt

Vodafone sei unter anderem durch Missbrauch bei Provisionen und Rabattierungen geschädigt worden, teilte der Sprecher weiter mit. Auf die Fälle war das Unternehmen nach seinen Angaben durch Hinweise von außen aufmerksam geworden. „Insgesamt haben wir rund 20 Themenkomplexe untersucht.“ Weitere Fälle würden untersucht. Sollten sich weitere Sachverhalte konkretisieren, werde Vodafone auch hier Strafanzeige erstatten.

Als Reaktion auf einige Hinweise habe Vodafone erste Sofortmaßnahmen ergriffen. So seien verschiedene Provisionsmaßnahmen überarbeitet und Kontrollsysteme verschärft worden. Vodafone arbeitet beim Verkauf seiner Produkte mit selbstständigen Vertriebspartnern zusammen.