Berlin - Das Fernsehpublikum kennt ihn als Kommissar Gereon Rath aus der Krimi-Serie „Babylon Berlin“. Vor gut einer Woche machte der Schauspieler Volker Bruch mit seiner Beteiligung an der umstrittenen Initiative #allesdichtmachen auf sich aufmerksam. Nun wurde bekannt, dass der 41-jährige Deutsch-Österreicher mit Wohnsitz in Brandenburg einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Protestpartei „Die Basis“ gestellt hat.

„Herr Volker Bruch hat im März einen Mitgliedsantrag gestellt“, bestätigte der Medienbeauftragte der Partei, David Claudio Siber, der Berliner Zeitung. Der Schauspieler habe eine vorläufige Mitgliedsnummer, die aktiviert werde, sobald sich Bruch mit einem Personalausweis verifiziere. „Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, formell-juristisch ist er also kein Mitglied der Partei.“

Das Rechercheportal Netzpolitik.org hatte zuerst darüber berichtet und darauf hingewiesen, dass die Initiatoren von #allesdichtmachen bisher eine Nähe zur Querdenken-Bewegung vehement von sich gewiesen hätten. Das NDR-Medienmagazin „Zapp“ berichtete, dass Bruch, Schauspielkollege Jan Josef Liefers und Regisseur Dietrich Brüggemann zu den Initiatoren der Initiative zählten. Das Management von Bruch war auf Nachfrage nicht zu erreichen.

„Jetzt möchte die Presse einen Zusammenhang zur Querdenker-Bewegung herstellen, den es nicht gibt“, sagte Sprecher Siber, der einräumt, dass einzelne Mitglieder der Partei bei Querdenken-Veranstaltungen aufgetreten seien. Querdenken sei aber eine Organisation im Raum Stuttgart, mit der Die Basis keine Berührungspunkte habe. „Der Begriff Querdenker-Partei wäre zu kurz gefasst.“

Die Basis wurde im Juli 2020 unter anderem von Ralf Ludwig gegründet, der sich auf Twitter „Querdenkeranwalt“ nennt. Auch Anwalt Reiner Füllmich, Lungenarzt Wolfgang Wodarg und die Anwältin Viviane Fischer, auch als Hutmacherin Rike Feurstein bekannt, sind Mitglieder. Sie engagieren sich im sogenannten „Corona-Ausschuss“.

Für Babylon Berlin hat Bruch ein Masken-Attest

„Ich appelliere an unsere Regierung: Macht uns mehr Angst“, sagte Bruch in seinem Video-Beitrag zur allesdichtmachen-Initiative. Der Schauspieler hat eine ärztliche Befreiung vom Tragen einer Maske am Filmset von „Babylon Berlin“. „Volker Bruch besitzt in der Tat ein Attest, zu politischen Aktionen können wir nichts sagen, das ist seine Privatsache“, sagte eine Sprecherin der Produktion.

„Volker Bruch wäre sicher sehr willkommen bei uns“, sagte Sprecher Siber von Die Basis. Nach dem Online-Antrag habe der Schauspieler noch einmal mit einem Parteimitglied telefoniert, danach habe es keinen Kontakt mehr gegeben. Für gewöhnlich bräuchten neue Parteimitglieder nur ein, zwei Tage für ihre Verifizierung. „Der Ball liegt jetzt bei Herrn Bruch.“