München - Häufig landen Haustiere in deutschen Tierarztpraxen, weil sich ihre Besitzer mit ihnen einen Scherz erlaubt haben oder unaufmerksam waren. Dabei verabreichen manche Tierhalter ihren Vierbeinern Marihuana oder Haschisch, um zu testen, wie sie darauf reagieren. In anderen Fällen fressen Hunde versehentlich etwa Überreste von Drogen vom Boden. Der Aktion Tier e.V. hat nun vor den besonderen Gefahren gewarnt, die von Cannabis auf Hund, Katze und Co. ausgehen.

Schon das Anpusten mit THC-haltigem Rauch beim Inhalieren eines Joints führe bei Vierbeinern zu Symptomen einer Cannabisintoxikation, warnt der Verein. Den Grund dafür erläutert die Tierärztin Dr. Tina Hölscher: „Vor allem Hunde haben im Vergleich zum Menschen eine höhere Anzahl Cannaboid-Rezeptoren im Gehirn, was vermutlich die höhere Empfindlichkeit gegenüber THC erklärt.“

„Nicht lustig“: Die Symptome können bei Hunden heftig ausfallen

Die Symptome bei den Vierbeinern reichen von Erbrechen und Durchfall über Bewegungsstörungen bis hin zu unkontrollierten Panikanfällen oder auch Aggressionen. Sogar ins Koma könnten die Tiere fallen. Nur von Todesfällen habe man noch nicht gehört, so der Verein weiter.

„Wenn Menschen Drogen konsumieren, ist das deren Entscheidung. Sie seinem Tier einzuflößen, ist ein Unding. Schließlich hat der Vierbeiner keine Ahnung, was vor sich geht, wenn der Rausch einsetzt“, kritisiert Hölscher scharf. „So etwas ist nicht lustig, sondern einfach nur gemein und unverantwortlich“, so die Tierärztin. Sie fordert Zeugen auf, verdächtiges Verhalten von uneinsichtigen Tierhaltern beim Veterinäramt zur Anzeige zu bringen.