Corvallis - Drei US-amerikanische Forscherinnen haben neue Erkenntnisse über die Bindungsfähigkeit von domestizierten Katzen. Kristyn R. Vitale, Alexandra C. Behnke und Monique A.R. Udell haben festgestellt, dass mehr als 60 Prozent der untersuchten Katzen in ihrem Bindungsverhalten „sicher gefestigt“ waren. Die Wissenschaftlerinnen führten die Tiere dazu zunächst mit ihrer Bezugsperson für zwei Minuten in einem Raum zusammen. 

Danach trennten sie Katze und Mensch für den gleichen Zeitraum voneinander. Während dieser Phase wurde die Häufigkeit von Miau-Lauten bewertet, heißt es. Abschließend kamen Tier und Halter wieder zusammen. War die Bezugsperson abwesend, war die Katze offenbar gestresster und nervöser. Die Autorinnen der Studie schreiben: „Die aktuellen Daten stützen die Hypothese, dass Katzen eine ähnliche Fähigkeit zur Bildung sicherer und unsicherer Bindungen zu menschlichen Bezugspersonen aufweisen, wie sie zuvor bei Kindern nachgewiesen wurde.“

Katzen-Expertin: Täglich mindestens 20 Minuten spielen

Eine Katzenverhaltenstrainerin erklärt gegenüber Deutschlandfunk Nova wie die Bindung zwischen Katze und Mensch noch weiter vertieft werden kann: „Wenn der Mensch täglich zweimal am Tag mindestens 20 Minuten intensiv mit der Katze spielt, dann baut das eine Beziehung zwischen Mensch und Katze auf.“ Katzen würden Rituale schätzen. Die Fernsehstunde am Abend könnte beispielsweise zur Routine werden und so Katze und Mensch näher aneinander binden, so die Expertin.

Der sogenannte Secure Base Test (SBT) wurde in ähnlicher Form schon bei Primaten und Hunden durchgeführt. Für Katzen stellt er allerdings ein Novum dar. Verhalten und Empfinden von Katzen ist bislang deutlich weniger als das von Hunden erforscht worden, kritisieren die Forscherinnen von der Oregon State University.