Nürnberg - Weil er mehr als hundert Patienten Corona-Impfungen lediglich vorgetäuscht haben soll, hat ein Arzt aus dem schwäbischen Wemding ein vorläufiges Berufsverbot erhalten. Das Amtsgericht Nürnberg verhängte dies auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg, wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten. Strafbar gemacht habe sich der Beschuldigte wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung durch Vernichtung des Impfstoffs, Betrugs und wissentlicher unrichtiger Dokumentation von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus.

Der Arzt soll von Mitte April bis Ende September Patienten Corona-Impfungen vorgetäuscht haben. Diese gingen von einer Impfung aus, entwickelten aber tatsächlich keine Antikörper. Darüber hinaus soll der Arzt anderen Patienten, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten, Impfungen in den Impfpässen eingetragen haben.

Für beide Patientengruppen soll der Beschuldigte Impfungen abgerechnet haben. Das Amtsgericht Nürnberg verhängte das vorläufige Berufsverbot, weil es dringende Gründe für die Annahme sah, dass der Beschuldigte auch im Hauptverfahren zu einem Berufsverbot verurteilt wird.