Berlin - Die Berliner Kitas sind ab Donnerstag wieder im Notbetrieb. Fakt ist: Kitas und Kindertagespflegeinrichtungen sind nach geltender Rechtslage verpflichtet, bei Bedarf eine Notbetreuung anzubieten. Viele Eltern sind dennoch verunsichert, wer dieses Mal Anspruch auf Notbetreuung hat und wer nicht. Die Regelungen hierfür wurden in den letzten Monaten immer wieder geändert, auch Erzieherinnen und Kita-Leitungen müssen sich erneut durch ein teils kompliziertes Regelwerk kämpfen. Wer hat unter welchen Umständen das Recht darauf, sein Kind oder auch seine Kinder in die Notbetreuung zu geben? Ein Überblick.

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, um die Notbetreuung zu bekommen?

Grundsätzlich muss nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in jedem Fall „ein außerordentlich dringlicher Betreuungsbedarf mangels anderer Betreuungsmöglichkeiten“ bestehen. Wichtig: Dieser „außerordentlich dringliche Betreuungsbedarf“ kann beruflich oder privat begründet sein. 

Zudem muss eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Eines der Elternteile arbeitet in einem systemrelevanten Beruf. Das zählt nach Angaben der Senatsbildungsverwaltung auch dann, wenn der Beruf aus dem Homeoffice ausgeführt wird. Die Liste, welche Berufsgruppen als systemrelevant gelten, finden Sie hier. 
  • Es handelt sich um ein Vorschulkind, also ein Kind, das im kommenden Sommer in die Schule gehen wird. 
  • Es handelt sich um ein Kind von Alleinerziehenden. In diesem Fall spielt es auch keine Rolle, ob der Beruf des alleinerziehenden Elternteils systemrelevant ist oder nicht.
  • Es handelt sich um Kinder mit besonders dringendem pädagogischem Betreuungsbedarf. Hierzu zählen etwa Kinder mit Behinderung, Kinder mit einem Sprachförderbedarf sowie Kinderschutzfälle. Auch die Betreuung dieser Kinder ist unabhängig von der beruflichen Tätigkeit ihrer Eltern oder der Sorgeberechtigten.

Allerdings gilt grundsätzlich: Kinder mit Erkältungssymptomen wie etwa Schnupfen oder Husten dürfen ohne negatives Testergebnis oder eine Bescheinigung des Kinderarztes derzeit nicht in die Notbetreuung gebracht werden. Wieder symptomfreie Kinder benötigen keinen abschließenden Test.