Grünen-Chef Robert Habeck wird für seine Pläne zu einem Tempolimit kritisiert.
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BerlinDer Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat „mit Verwunderung“ auf die erneute Forderung der Grünen nach einem Tempolimit auf Autobahnen reagiert. „Scheinbar gibt es aus Sicht von Herrn Habeck keine dringenderen Probleme in Deutschland zu lösen als ein Tempolimit auf Autobahnen einzuführen“, sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski am Freitag.

Karpinski hält eine generelles Fahrverbot nach eigener Aussage für unnötig. So werde auf den deutschen Autobahnen ohnehin „eine durchschnittliche Geschwindigkeit von unter 130 Stundenkilometern“ gefahren. Nehme man alle Überlandstraßen in Deutschland zusammen, gelte nur auf drei Prozent aller Strecken freie Fahrt.

Zudem seien die Autobahnen „die sichersten Straßen in Deutschland“, so Karpinski weiter. Dazu beruft sich der ZDK-Präsident auf die laut offizieller Statistik geringen Unfallzahlen. Die derzeitige Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern reiche daher völlig aus. 

Einen messbaren Beitrag zum Umweltschutz würde ein Tempolimit nach den Worten Karpinskis „auch nicht leisten“. Stattdessen sei es sinnvoller, den bereits eingeschlagenen Weg der Automobilindustrie für mehr Forschung und Entwicklung in umweltfreundliche Technologien konsequent weiterzuverfolgen. „Herr Habeck brettert mit Vollgas ins Sommerloch“, so der ZDK-Präsident weiter.

Nicht zuletzt sei ein Tempolimit von politischer Seite bereits mehrfach abgelehnt worden. Sowohl der Bundestag am 17. Oktober 2019 als auch der Bundesrat am 14. Februar 2020 hatten sich mit klaren Mehrheiten gegen ein generelles Tempolimit auf Autobahnen ausgesprochen.