In Brasilien hat die erste Anhörung zu den Vorwürfen der Sklavenarbeit bei VW stattgefunden. Wie die Tagesschau berichtete, äußerte sich der Automobilkonzern nicht zu den Vorwürfen. Die Anwälte des Autobauers beantragten eine Frist bis zum 27. September, bis zu der sich VW schriftlich zu den Ermittlungen einlassen will.

Bei der Fazenda Volkswagen, einem Großbetrieb mit Viehzucht, handelte es sich dem Ermittler zufolge um eine der größten Unternehmungen im ländlichen Amazonasgebiet. Die Farm wurde in den 1970er-Jahren gegründet und von der brasilianischen Militärdiktatur unterstützt.

Nächste Anhörung im September

Die etwa 300 für die Rodung zuständigen Leiharbeiter, auf die sich der Vorwurf der Sklavenarbeit vor allem bezieht, waren nicht direkt bei dem Tochterunternehmen angestellt. Die Sklavenarbeit soll allerdings mit Wissen und Billigung von VW stattgefunden haben.

„Volkswagen nehme den Fall aber sehr ernst und zeige sich einsatzbereit“, zitiert das Protokoll der Anhörung die Anwälte des Autobauers. Die Staatsanwaltschaft fordert von VW die Herausgabe von Unterlagen zur Farm in Deutschland und Brasilien.

Zwei Stunden saßen eine Gruppe Anwälte von Volkswagen und Vertreter der brasilianischen Justiz an einem Tisch im Gebäude des Arbeitsministeriums in Brasilia, auf Vorladung der Staatsanwälte. Die präsentierten ihre Ermittlungsergebnisse: Sie schilderten ein System moderner Sklaverei und Schuldknechtschaft mit bewaffneten Aufpassern, die Arbeiter an der Flucht hindern sollten.

Eine nächste Anhörung soll Ende September stattfinden. Staatsanwalt Rafael Garcia zeigte sich in einem Interview mit der ARD optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, dass wir am Ende angemessene Entschädigungen für die schweren Menschenrechtsverletzungen erreichen werden.“