Glasgow - Ausgerechnet während der UN-Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow haben Wissenschaftler in Großbritannien ein beunruhigendes Zeichen für den Fortschritt der globalen Erwärmung ausgemacht. Ein als „Sphinx“ bezeichnetes Schneefeld in der schottischen Cairngorm-Bergkette sei komplett weggeschmolzen, berichtete die BBC am Mittwoch unter Berufung auf einen Experten vor Ort. Es gilt eigentlich als beständigstes Schneefeld im ganzen Land.

Ganzjährige Schneefelder werden im Lauf des Jahres meist deutlich kleiner. Dass sie vorübergehend ganz verschwinden, geschieht meist nur in besonders warmen Jahren. Beim Schneefeld „Sphinx“ geschah das im 20. Jahrhundert rund alle 30 Jahre. Seit der Jahrtausendwende passiert dies jedoch häufiger, alle paar Jahre. Das ist nach Angaben des Experten Iain Cameron aller Wahrscheinlichkeit nach eine Folge des Klimawandels.

Bei der COP26 in Glasgow ringen derzeit Staats- und Regierungschefs sowie Delegationen und Experten aus 200 Ländern darum, wie das Pariser Klimaziel von einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius erreicht werden kann. Einer der Sitzungssäle ist nach dem Gipfel Cairn Gorm benannt, der nicht weit von dem verschwundenen Schneefeld liegt.