Strack-Zimmermann: Können uns die Panzer nicht aus den Rippen schneiden

Die FDP-Verteidigungsexpertin wirft Polen überzogene Erwartungen beim vereinbarten Panzer-Ringtausch vor. Die polnische Seite wolle über deutsche Medien Druck erzeugen.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestagdpa/Michael Kappeler

Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat Polen überzogene Erwartungen beim vereinbarten Panzer-Ringtausch vorgeworfen. „Wir können uns die gewünschten Panzer schließlich nicht aus den Rippen schneiden“, sagte die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses dem Portal Zeit Online. Das wisse auch die polnische Regierung.

Für den vereinbarten Ringtausch – die Verlegung von sowjetischen T-72-Panzern aus Polen in die Ukraine – wünschte sich Polen laut Strack-Zimmermann zunächst eine Eins-zu-eins-Kompensation durch deutsche Leopard-2-Panzer. „Später erwarteten die polnischen Vertreter 44 bis 58 Leopard A4 zu bekommen“, sagte Strack-Zimmermann. Die Bundesregierung habe „20 Stück im Laufe des Jahres 2023 zugesagt, weil diese erst bereitgestellt werden müssen“. Nun aber werde von polnischer Seite über deutsche Medien Druck erzeugt.

Strack-Zimmermann: „Deutschland könnte beispielhaft vorangehen“

„Das ist nicht wirklich hilfreich, zumal hinter den Kulissen durchaus fair miteinander umgegangen wird.“ Strack-Zimmermann forderte direkte Waffenlieferungen an die Ukraine, darunter auch Schützenpanzer Marder, Transportfahrzeuge vom Typ Fuchs sowie Leopard-2-Panzer. „Das stößt zwar auf wenig Begeisterung im Kanzleramt, das nur in Absprache mit den USA und Frankreich Kampfpanzer liefern will“, sagte sie. „Deutschland könnte aber beispielhaft vorangehen.“ Die Ukraine könne nicht warten, „bis wir uns hier sortiert haben“.

Bei dem Ringtausch-Verfahren sollen östliche Verbündete der Ukraine leicht bedienbare Panzer sowjetischer Bauart zu Verfügung stellen. Deutschland sagte den Nato-Partnern im Gegenzug modernes Gerät als Ersatz zu. Polen hatte der Bundesregierung allerdings wiederholt vorgeworfen, Zusagen nicht einzuhalten.