Tel Aviv/Gaza - Nach elftägigem heftigen Raketenfeuer zwischen Israel und militanten Palästinensern gilt seit der Nacht zum Freitag eine Waffenruhe. Die um 2 Uhr Ortszeit in Kraft getretene Feuerpause wurde in den ersten Stunden offenbar von beiden Seiten eingehalten. In den Palästinensergebieten feierten tausende Menschen auf den Straßen. In Israel unterblieb das Sirenengeheul, das die Menschen in den Vornächten vor Raketenbeschuss gewarnt hatte.

Die Einigung auf die Feuerpause zwischen Israel und den radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad war am Donnerstag unter ägyptischer Vermittlung zustande gekommen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts am Abend mit, die Teilnehmer hätten die „ägyptische Initiative für eine bedingungslose Feuerpause einstimmig angenommen“. Die Hamas und der Islamische Dschihad bestätigten die Einigung.

Ägyptische Delegationen überwachen Einhaltung der Feuerpause

Die Vereinbarung sieht laut Diplomaten-Angaben vor, dass zwei ägyptische Delegationen in den palästinensischen Gebieten sowie in Tel Aviv auf die Wahrung der Feuerpause achten.

International löste die Vereinbarung große Erleichterung aus. US-Präsident Joe Biden bezeichnete sie als „wirkliche Chance“ für Fortschritte hin zum Frieden in der Region. Er werde sich für diesen Fortschritt engagieren, versicherte Biden. Palästinenser wie Israelis verdienten es, „in Sicherheit zu leben“ und das „gleiche Maß an Freiheit, Wohlstand und Demokratie“ zu genießen.