Wagner-Gründer schickt offenbar Blut-Hammer an EU – Estland sendet Handschellen 

Das EU-Parlament stuft Russland als Terrorismus-Unterstützer ein. Wagner-Gründer Prigoschin soll daraufhin einen Vorschlaghammer an die EU geschickt haben. Der estnische Außenminister kontert.

Estlands Außenminister Urmas Reinsalu schickt Handschellen nach Den Haag - eine Antwort auf einen Hammer, der von Wagner-Gründer Prigoschin geschickt worden sein soll.
Estlands Außenminister Urmas Reinsalu schickt Handschellen nach Den Haag - eine Antwort auf einen Hammer, der von Wagner-Gründer Prigoschin geschickt worden sein soll.AFP/John Thys

Nachdem das EU-Parlament am Mittwoch Russland als staatlichen Unterstützer von Terrorismus verurteilt hat, soll der Gründer der Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, einen mit Blut beschmierten Vorschlaghammer an die EU geschickt haben.

Ein Video davon wurde zuerst auf einem Telegram-Kanal, der der Wagner-Gruppe zugerechnet wird und als Sprachrohr von Prigoschin gilt, veröffentlicht. Es zeigt einen Mann, der einen Geigenkasten in ein Büro bringt und diesen auf einem Tisch öffnet. Darin liegt der Vorschlaghammer, der am Griff offenbar mit Kunstblut beschmiert ist. Auf dem Hammerkopf sind das Logo der Wagner Group PMC (Private Military Company) und die Worte „Blut - Ehre - Vaterland - Mut“ eingraviert. 

Der belarussische Oppositionskanal Nexta, Kreml-Kritiker Igor Sushko und ein Berater des ukrainischen Innenministers veröffentlichten das Video später auf Twitter. Die Szene soll sich in Brüssel abgespielt haben. Der Mann, der den Hammer überbringt, soll laut Nexta ein Anwalt der Wagner-Group sein.

Der Vorschlaghammer gilt als Symbol der Wagner-Söldner. Erst kürzlich hatte sich Prigoschin lobend über ein Video geäußert, das die brutale Tötung des mutmaßlichen Deserteurs in der Ukraine mit einem Hammer zeigt. Eine Beteiligung von Wagner-Söldnern an der Hinrichtung hatte er aber bestritten.

Estlands Außenminister schickt Handschellen nach Den Haag

Der estnische Außenminister Urmas Reinsalu reagierte auf die Sendung. Er schickt nun Handschellen an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. In einem Video, das ebenfalls von Nexta veröffentlicht wurde, sagt Reinsalu: „Ich sende diese Handschellen nach Den Haag, dort werden sie auf Prigoschin und seine Komplizen warten – für die Verbrechen am ukrainischen Volk“.