Berlin - Sahra Wagenknecht (Linke) hat sich zum schlechten Ergebnis ihrer Partei bei der Bundestagswahl geäußert. Die Politikerin machte in einem Interview von web.de deutlich, dass es sich bei den zur AfD gewechselten Wählern aus ihrer Sicht nicht um Rassisten handele. Konkret sagte Wagenknecht: „Wähler, die von uns zur AfD gewechselt sind, sind keine Rassisten.“

Potenzielle Wählerinnen und Wähler der Linken, die sich der AfD zugewendet haben, seien Menschen, die sich von der Politik und offenbar auch von der Linken im Stich gelassen fühlen würden, meint Wagenknecht. Diese Menschen würden davon ausgehen, dass sie nur noch mit der AfD ihren Protest ausdrücken können. 

Die ehemalige Fraktionsvorsitzende kritisierte ihre Partei auch hinsichtlich der Zielgruppenausrichtung für eine mögliche Mitgliedergewinnung. In den vergangenen Jahren sei die Linke mehr und mehr zu einer Partei des „gutsituierten akademischen Fridays-for-Future-Milieus“ geworden, so Wagenknecht.

Wagenknecht: Programm der Linken war „nicht grün, sondern unehrlich“

Wagenknecht, die erneut im 20. Deutschen Bundestag sitzen wird, war schon des Öfteren mit ihren Parteikollegen aneinander geraten. Auch in der Welt kritisierte Wagenknecht die Linke für ihren Wahlkampf. Man habe versucht „grüner als die Grünen“ zu wirken. Auf die Frage, ob das Programm der Linken zu grün gewesen sei, antwortete Wagenknecht gegenüber web.de: „In Wirklichkeit ist es nicht grün, sondern unehrlich, wenn man Menschen vormacht, mit den heutigen Technologien wäre es möglich, den Strom- und Energiebedarf unserer Volkswirtschaft komplett aus erneuerbaren Energieträgern zu decken.“

Die Linke wird in der kommenden Legislaturperiode mit 39 Abgeordneten in den Bundestag einziehen. Die Partei hatte bei der Wahl knapp die 5-Prozent-Hürde verpasst, konnte jedoch drei Direktmandate für sich gewinnen.