Berlin - Die Pannenserie bei den Wahlen in Berlin am 26. September scheint kein Ende zu nehmen: Nun wurden neue Vorwürfe bekannt. Wie die Welt berichtet, haben offenbar auch Minderjährige an der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag und dem Volksentscheid teilgenommen.  

16-Jährige sind dem Gesetz nach nur für die Bezirkverordnetenversammlung stimmberechtigt – für die Bundestagswahl und die Abstimmung über die Enteignung von Wohnungskonzernen galt das übliche Wahlalter von 18 Jahren. Dennoch kam es dem Bericht zufolge zu Fehlern bei der Aushändigung der Wahlscheine. 

Waren die Wahl-Pannen in Neukölln und Weißensee bedauerliche Einzelfälle?

Demnach berichten Jugendliche aus Neukölln davon, dass sie alle Wahlzettel erhalten hätten. Auch ein 16-Jähriger aus Weißensee sagt, er habe seine Stimme beim Volksentscheid abgegeben. Der Leiter des Bezirkswahlamtes Pankow, Mark Albrecht, verteidigt sich: Es handele sich um bedauerliche Einzelfälle. 

Zudem habe es in der Eigenverantwortung der Minderjährigen gelegen, trotz Erhalt der Wahlzettel nicht abzustimmen. Die Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen in der Hauptstadt werden nach Angaben der Senatsinnenverwaltung derzeit aufgearbeitet. Die Prüfung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Berichterstattung über die minderjährigen Wähler dürfte den Druck auf die Verantwortlichen erhöhen.