Berlin - Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) wird an diesem Freitagvormittag ein sogenanntes Zukunftsteam vorstellen. Die CDU lud zu einem entsprechenden Termin ein. Die Mitglieder sollen laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel, der zuerst über den Termin berichtet hatte, in den letzten Wochen des Wahlkampfs verstärkt öffentlich auftreten. Dem Bericht zufolge soll es sich um ein achtköpfiges Team handeln.

Angehören sollen dem Team der Terrorismus-Experte Peter Neumann, wie ein Sprecher der dpa bestätigte, sowie der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Parteikreisen.

Neumann soll das Thema Vernetzung innerer und äußerer Sicherheit verantworten. Zuerst hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet. Neumann ist Direktor des International Centre for the Study of Radicalisation am Londoner King’s College und gilt als Experte für islamistischen Terror.

Laschet hatte am Dienstag beim Wirtschaftstag des Wirtschaftsrates der CDU gesagt, Merz sei das „wirtschafts- und finanzpolitische Gesicht“, der auch die Bundespolitik prägen werde nach der Wahl. Merz war Laschet im Kampf um den Parteivorsitz unterlegen. Erwartet wurde auch, dass die stellvertretende Parteivorsitzende Silvia Breher dem Team angehört.

Spahn lenkt Aufmerksamkeit auf Team hinter Laschet

Vor wenigen Tagen hatte Gesundheitsminister Jens Spahn gefordert, mehr auch auf das Team hinter Laschet zu setzen. „Wir haben gute Leute, die die Union als Team auch ausmachen“, sagte Spahn im Fernsehsender Bild TV. „Wer CDU und CSU wählt, der bekommt (Friedrich) Merz und (Markus) Söder, auch Spahn und (Annegret) Kramp-Karrenbauer, auch (Carsten) Linnemann und (Karl-Josef) Laumann und auch (Dorothee) Bär und (Nadine) Schön, sagte Spahn. Es sei die Stärke von CDU-Chef Laschet, „ein Team zusammenstellen zu können, starke Köpfe auch im Kabinett im engsten Team haben zu können“.

Am vergangenen Montag hatte Laschet erstmals ein zentrales Wahlkampfthema konkret mit Köpfen verknüpft. Vier Wochen vor der Bundestagswahl ließ der CDU-Vorsitzende die beiden Bundestagsabgeordneten Andreas Jung und Thomas Heilmann sowie die Nachwuchspolitikerin Wiebke Winter Details eines Energiepapiers erläutern.

SPD in Umfragen vor der CDU

Knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl bleibt die SPD in einer Forsa-Umfrage weiterhin stärkste Kraft. Im neuen RTL/ntv-Trendbarometer können die Sozialdemokraten ihren Vorsprung vor der Union auf zwei Prozentpunkte ausbauen, sie kommen damit auf 23 Prozent, wie die am Dienstag veröffentlichte Umfrage im Auftrag von RTL und ntv ergab. Die Union verliert im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und erreicht 21 Prozent. Die Grünen bleiben unverändert bei 18 Prozent, die AfD gewinnt einen Prozentpunkt und landet bei elf Prozent. Linke und FDP verharren unverändert bei sechs beziehungsweise zwölf Prozent.

Wenn die Deutschen ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich der Umfrage zufolge 45 Prozent für keinen der drei Bewerber entscheiden. Olaf Scholz (SPD) liegt bei dieser Frage mit 29 Prozent weiterhin vor Annalena Baerbock (Grüne) mit 15 Prozent und Armin Laschet (CDU) mit 11 Prozent.

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind außerdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.