Wahlkommission: Slowenen küren Pirc-Musar zur Präsidentin

Das Staatsoberhaupt hat im kleinen Slowenien nur begrenzte Befugnisse. Dennoch war das Finale der Präsidentschaftswahl hart umkämpft.

Die beiden Präsidentschaftskandidaten Anze Logar (L) and Natasa Pirc Musar (R). 
Die beiden Präsidentschaftskandidaten Anze Logar (L) and Natasa Pirc Musar (R). imago/Zuma

Die parteilose Rechtsanwältin Natasa Pirc-Musar wird die nächste Präsidentin Sloweniens. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen kam die vom regierenden linksliberalen Lager unterstützte Kandidatin bei der Stichwahl am Sonntag auf einen Anteil von rund 54 Prozent. Ihr Rivale, der von der rechten Opposition unterstützte Ex-Außenminister Anze Logar, kam demnach auf etwa 46 Prozent der Stimmen, wie die Staatliche Wahlkommission am Sonntagabend in Ljubljana mitteilte.

Logar gratulierte Pirc-Musar am Sonntagabend zum Sieg, wie das örtliche Fernsehen berichtete. Logar gilt als Vertrauensmann des im April abgewählten rechtsnationalen Ministerpräsidenten Janez Jansa. Er hatte die erste Runde der Wahl vor drei Wochen für sich entschieden. Damals waren allerdings neben Pirc-Musar auch noch Kandidaten der Sozialdemokraten und der Linken im Rennen gewesen.

Präsidentin hat nur protokollarische Rolle inne

Mit Pirc-Musar dürfte damit erstmals eine Frau das höchste Staatsamt Sloweniens bekleiden. Die 54-Jährige war von 2004 bis 2014 auch die erste Ombudsfrau für Informationsfreiheit ihres Landes gewesen.

Das Staatsoberhaupt wird für fünf Jahre gewählt und spielt eine eher protokollarische Rolle. Der scheidende Staatschef Borut Pahor konnte nach zwei Amtszeiten als Präsident nicht mehr antreten. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik hatte 1991 die Unabhängigkeit errungen.