Berlin -  Immer mehr internationale Helfer unterstützen den Kampf gegen die Flammen im Süden Europas. Am Samstag kündigte auch das Bundesinnenministerium in Berlin an, das Technische Hilfswerk (THW) sowie Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen und Hessen mit Einsatzfahrzeugen nach Griechenland zu entsenden. Dort lodern die Brände unvermindert. Die Westküste der Türkei und der Süden Italiens kommen ebenfalls nicht zur Ruhe.

In Griechenland bestand am Samstag etwas Hoffnung, die Brände im Norden Athens unter Kontrolle zu bringen, weil der Wind zwischenzeitlich nachließ. Den Mammuteinsatz für die Millionenmetropole bezahlen jedoch andere Regionen - etwa die Halbinsel Peloponnes und die zweitgrößte griechische Insel Euböa: Dort breiteten sich die Feuer fast ungehindert aus. Zivilisten und Anwohner kämpften mit Gartenschläuchen, Plastikeimern, Traktoren und Baggern gegen das Inferno, immer mehr Orte wurden evakuiert.

Nach ersten Schätzungen liegen in Griechenland mindestens 60.000 Hektar Fläche in Schutt und Asche. Zum Vergleich: In Deutschland verbrannten laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bei den vielen Bränden im Dürresommer 2018 rund 2350 Hektar.

Türkei: Mehr als 5000 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

In der Türkei kämpften am Samstag mehr als 5000 Einsatzkräfte gegen die Flammen an. Besonders die Küstenregionen im Süden und Westen des Landes waren weiterhin schwer betroffen. In der Gemeinde Köycegiz in Mugla schliefen die Feuerwehrkräfte in den Einsatzwagen, sagte der Leiter Bahattin Yavuz. Andauernd kämen Nachrichten aus den umliegenden Dörfern über neue Brände – gleichzeitig reisten aus dem ganzen Land viele freiwillige Helfer an.

Auf der italienischen Insel Sardinien eskalierte die Lage ebenfalls immer wieder. Am Samstag meldete die Feuerwehr in der Provinz Oristano einen Brand in einer Unterkunft für Touristen. Die Einsatzkräfte verhinderten nach eigenen Angaben, dass die Flammen auf die umliegende Vegetation übergriffen. Verletzte gab es nicht. Auf Sizilien erklärte die Regionalregierung derweil wegen der Waldbrände für sechs Monate den Not- und Krisenfall. Seit Ende Juli brenne es, und in den kommenden Wochen herrsche ein permanentes Risiko durch die außergewöhnliche Wetterlage, so Regionalpräsident Nello Musumeci.

Wann Hilfskräfte aus Deutschland in Griechenland ankommen werden, ist noch unklar. Details zu Einsatzort, Abmarschzeitpunkt und Fahrtroute würde derzeit mit Griechenland abgestimmt, hieß es in Berlin. Deutschland habe zusätzlich angeboten, die Waldbrandbekämpfung mit der Anmietung von geeigneten Hubschraubern zu unterstützen.

Derweil nimmt die Waldbrandsituation in Russland immer dramatischere Ausmaße an. Im flächenmäßig größten Land der Erde meldeten die Behörden am Samstag mehr als 250 Brände mit einer Gesamtfläche von mehr als drei Millionen Hektar. Löscharbeiten liefen bei 180 Feuern mit einer Fläche von rund 1,3 Millionen Hektar, teilte die für den Forstschutz zuständige Behörde Avialesoochrana mit. Vor allem betroffen war die sibirische Region Jakutien im Nordosten Russlands.