Waldbrand in Brandenburg: Bombenfund erschwert Löscharbeiten

Sechs Bundeswehr-Löschhubschrauber wurden abgezogen. Doch die Gefahr ist nach einem Bombenfund am Mittwochabend noch nicht gebannt.

Ein Hubschrauber mit Wasserbehälter fliegt über den Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster.
Ein Hubschrauber mit Wasserbehälter fliegt über den Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster.dpa/Sebastian Willnow

Der verheerende Waldbrand im Elbe-Elster-Kreis im Süden Brandenburgs ist unter Kontrolle gebracht worden. Das sagte Kreisbrandmeister Steffen Ludewig am Mittwoch in Falkenberg nach einer Lagebesprechung. „Die Situation ist stabil, über Nacht auch entspannt.“ Abkühlung durch gesunkene Temperaturen und ein Nachlassen des Windes hätten geholfen. Evakuierungen von Ortslagen seien kein Thema mehr.

Bei der Bekämpfung des Waldbrandes im Süden Brandenburgs bekommen die Einsatzkräfte demnach Unterstützung durch das Wetter. „Es wird mit bis zu 23 Grad heute nicht so warm wie gestern und der Wind ist im Mittel schwach“, sagte die Meteorologin der Deutschen Wetterdienstes, Helga Scheef. Im Tagesverlauf könnten jedoch wieder Böen von bis zu 40 Stundenkilometern auftreten. „Regen ist aber bis Freitagabend nicht in Sicht“, betonte die Expertin.

Bombenfund in Falkenberg/Elster am Mittwochabend

Sorgen machen nach wie vor auch munitionsbelastete Flächen. Erschwert wurden die Löscharbeiten am Mittwochabend durch einen Bombenfund auf sächsischem Territorium unweit der Landesgrenze. Nach Angaben des Landkreises wurde ein Sperrkreis von 1000 Metern gezogen, der nach Elbe-Elster reicht. Auf den jeweiligen Landesseiten könne dort derzeit keine Brandbekämpfung stattfinden.

Die Verantwortlichen seien im Austausch, um die Bombenräumung schnellstmöglich zu organisieren. Die Sperrung der Bundesstraße 183 Bad Liebenwerda-Torgau zwischen der Abfahrt Beilrode und der Ortslage Marxdorf muss deshalb weiter bestehen bleiben. Dagegen steht der für Löschwasser genutzte und deshalb gesperrte Kiebitzsee den Angaben zufolge ab sofort wieder für den Badebetrieb zur Verfügung.

Entwarnung gibt es bei dem verheerenden Waldbrand im Süden Brandenburgs auch weiter nicht, die Lage ist nach Angaben des Kreisbrandmeisters aber mittlerweile unter Kontrolle.

Löschhubschrauber abgezogen, es geht am Boden weiter

„Jetzt geht es darum, die Ablöscharbeiten am Boden zu forcieren“, sagte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski. Man rechne bei steigenden Temperaturen wieder mit einzelnen offenen Feuern bei wechselnden Winden. Die Löschhubschrauber der Bundeswehr werden abgezogen, der Einsatz aus der Luft ist erfolgreich gewesen, wie es vom Landkreis hieß. Rund 360 Einsatzkräfte waren an Nachmittag noch mit dem Großbrand beschäftigt. Das Feuer wütet noch auf 500 Hektar. In den Abendstunden soll ein Pionierpanzer Dachs der Bundeswehr helfen, Riegelstellungen zu errichten.

Feuerwehr-Verband: Größter Waldbrand 2022 in Brandenburg

Zudem arbeitet ein Bergepanzer der Bundeswehr Schneisen in den Wald, auf denen dann andere Einsatzfahrzeuge sicher unterwegs sind. Der Landesfeuerwehrverband bezeichnete das Feuer als größten Waldbrand in diesem Jahr in Brandenburg. Experten gehen davon aus, dass das Löschen aller Glutnester noch Tage, wenn nicht gar Wochen dauern könnte.

Auch die Katastrophenschutz-Organisation @fire war bis Dienstagabend in Brandenburg im Einsatz. Die Einsatzkräfte haben ebenfalls Brandschneisen in den Wald geschlagen und das Feuer so bekämpft.

Katastrophenschutz-Organisation @fire half nicht das erste Mal

Die Organisation war auch bei dem großen Waldbrand bei Beelitz (Potsdam-Mittelmark) im Juni im Einsatz. Dort hätten die Experten mittels Vorfeuern Brandschneisen angelegt, hieß es. Dabei werde dafür gesorgt, dass eigens angelegte Feuer auf die Brandwand zuliefen und somit den Feuerwalzen die Nahrung nähmen.

Während der Waldbrandsaison seien stets etwa fünf ehrenamtliche Kräfte von @fire auf dem Bundeswehrgelände in Brück/Kloster Lehnin in Bereitschaft. Von dort könnten die Kräfte im Ernstfall schnell zum Einsatz kommen. Nach den Angaben hat die Organisation in Deutschland rund 450 Mitglieder, hinzu kämen etwa weitere 150 aus Österreich, der Schweiz und Italien. Neben der Waldbrandbekämpfung seien die Kräfte auch auf Rettungseinsätze in Erdbebengebieten spezialisiert.