Die Warn-App „Nina“.
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BerlinZum ersten Warntag seit der Wiedervereinigung ist am Donnerstag um 11 Uhr erstmals ein bundesweiter Probealarm ausgelöst worden. Die Warnmeldung wurde in Berlin über das Fernsehen und das Radio verschickt, über „Nina“, die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kam allerdings zunächst nichts. Erst um 11.31 Uhr meldete „Nina“ für Berlin den Probealarm. Um 11.40 Uhr erfolgte über „Nina“ die Entwarnung. Auch die App „Katwarn“ meldete den Probealarm zu spät – in manchen Fällen sogar gar nicht.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn erklärte diese Panne mit der zeitgleichen Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen. Präsident Christoph Unger sagte in Mannheim: „Erste Analysen haben ergeben, dass um 11 Uhr nicht nur zentral die Warnung ausgelöst worden ist, sondern viele andere angeschlossene Leitstellen ebenfalls eigenständig Warnungen ausgelöst haben, sodass es zu einer Überlastung des Systems gekommen ist. Dies muss für den nächsten Warntag noch viel deutlicher abgestimmt werden.“ Gegebenenfalls müssten entsprechende technische Vorkehrungen getroffen werden.

Sirenen heulten in Berlin ebenfalls nicht, da es hier seit den 90er-Jahren keine Zivilschutzsirenen mehr gibt. Der Grund: Berlin ist zu dicht besiedelt und eine Sirene aus einem Bezirk wäre noch in einem anderen zu hören, deshalb könne nicht lokal gewarnt werden.

Der sogenannte Warntag dient als Vorbereitung auf Gefahrenlagen wie schwere Unwetter, Überschwemmungen, Chemieunfälle oder auch Terroranschläge. Eingebunden werden sollten alle vorhandenen Warnmittel.

In anderen Ländern sind Warntage teilweise seit langem Routine. So werden in den Niederlanden jeden ersten Montag im Monat alle 3800 Sirenen gleichzeitig getestet. In Tschechien heulen die Sirenen am ersten Mittwoch des Monats auf.