Berlin - Die Einführung von Warn-SMS für den Katastrophenfall ist ein Stück näher gerückt. Der Bundesrat stimmte am Freitag einer Verordnung der Bundesregierung zum sogenannten Cell Broadcast zu. Mit dieser Technologie können im Katastrophenfall Warnungen an alle Handys in einer bestimmten Gegend geschickt werden, ohne dass dazu besondere Apps oder ein Bekanntgeben der Telefonnummer nötig wären.

Ab wann genau es die Warnnachrichten geben wird, ist noch unklar. Zunächst müssen die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Der amtierende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte, der Weg für Cell Broadcast sei „schnellstmöglich“ geebnet worden. „Im kommenden Jahr werden Warnungen per Mobilfunk dann auch in der Praxis möglich“, versicherte er.

Hintergrund der Neuerung sind die schweren Überflutungen insbesondere in Westdeutschland im Sommer dieses Jahres, bei denen zahlreiche Menschen starben. Danach gab es Kritik, dass die Bewohner der betroffenen Gebiete nicht gut genug vorgewarnt worden seien. Im August beschlossen Bund und Länder deshalb, das Cell Broadcast einzuführen.