Berlin - Es ist Sonntagabend, 20 Uhr, die „Tagesschau“ beginnt. Chefsprecher Jens Riewa begrüßt die Zuschauer und beginnt mit dem G20-Gipfel in Rom. Danach geht es um den Start des Klimagipfels in Glasgow. Riewa schaltet zu Reporterin Annette Dittert, die vor Ort ist.

Soweit, so normal. Annette Dittert beginnt: „Mit der doch sehr vage gebliebenen Abschlusserklärung von Rom ist der Druck auf die morgen anreisenden Staatschefs noch einmal gestiegen. Es geht um viel. Denn ...“ – hier bricht die Reporterin plötzlich ab, um ihr Smartphone in die Hand zu nehmen und zu tippen. Dann setzt sie kurz ihre rote Lesebrille auf, schaut noch einmal aufs Smartphone und sagt: „Entschuldigung. Es tut mir leid, aber ich habe hier so einen Krach auf dem Ohr.“ Dann legt sie das Smartphone beiseite und redet weiter, als wäre nichts gewesen: „Glasgow ist jetzt die letzte Chance, das Klimaziel von Paris, die 1,5 Grad, noch zu erreichen.“

Auf Twitter sorgte die ungewöhnliche Szene für viel Erheiterung. „Geilste Liveschalte ever“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer: „Wenn du nur kurz Twitter checken willst, obwohl deine Live­schalte läuft.“ Ein weiterer User amüsiert sich, dass Dittert erst nach dem Lesen die Lese­­brille aufsetzt, um sie dann wieder abzunehmen: „Das Beste ist die Lese­brille am Ende.“

Eine Nutzerin kommentiert:„@annettedittert schockt einfach gar nichts“. Und wieder ein anderer User schreibt: „Sie ist auch nur ein Mensch und keine Maschine“.

Was Annette Dittert auf ihrem Handy tippte, ist nicht bekannt. Die Reporterin bedankte sich lediglich mit einem „Dankeschön“ und einem „Thank You“ auf Twitter für die positiven Kommentare.