20, 30 oder 40 Prozent Rabatt: Handelt es sich dabei um Lockangebote oder sind die Produkte wirklich so sehr im Preis gesunken? Das zu erkennen ist seit Samstag einfacher: Seit dem 28. Mai gelten für Händler neue Regelungen der sogenannten Preisangabenverordnung. Egal ob im Supermarkt oder im Baumarkt: Einzelhändler, die mit Preisnachlässen oder Preisvergleichen werben, müssen zusätzlich den niedrigsten Preis angeben, der innerhalb der letzten 30 Tage vor der Preisaktion für das Produkt verlangt wurde.

„Wer sich für ein Angebot entscheidet, soll auf diese Weise den herausgestellten Vorteil besser einordnen können“, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg. „Gleichzeitig will der Gesetzgeber unterbinden, dass Unternehmen den Preis für eine Ware kurz vor einer Werbeaktion hochsetzen, um den Rabatt größer erscheinen zu lassen.“ Allerdings gibt es Ausnahmen etwa für schrittweise Preisreduzierungen oder wenn ein Produkt im Preis reduziert wird, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum naht.

Die neue Verordnung schreibt außerdem eine Vereinheitlichung der Mengeneinheiten von Grundpreisen vor. So muss im Supermarkt in der Regel der Kilogramm- oder Literpreis angegeben werden. Eine Angabe in Millilitern oder Gramm ist nur noch in Ausnahmefällen zulässig. Auch das soll es Verbrauchern erleichtern Preise zu vergleichen.

Handelsverband kritisiert neue Verordnung

Kritik an der neuen Preisangabenverordnung gibt es vom Handelsverband Deutschland (HDE): „Gerade die weniger zahlungskräftigen Verbraucher werden die Folgen dieser unnötigen Regulierung spüren, weil sie in Zukunft voraussichtlich weniger von Schnäppchen profitieren können“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Mittwoch der dpa. Preisreduzierungen seien in Zukunft nur noch möglich, wenn der Händler den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angeben könne und als „Referenzpreis“ auszeichnet, so Genth. Das sei bei Tausenden Artikeln nicht einfach. Zumal Preise nur selten archiviert würden.