Beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in Anlagen wie etwa Ölheizungen, Tankstellen, Biogasanlagen oder Raffinerien wurden im vergangenen Jahr 748 Unfälle registriert.
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BerlinIm Jahr 2019 wurden in Deutschland 2351 Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen registriert. Das sind statistisch mehr als sechs Unfälle am Tag. Bei den Unfällen traten mit 31,2 Millionen Liter mehr als dreimal so viele Schadstoffe unkontrolliert in die Umwelt aus wie noch im Vorjahr (2018: 10,3 Millionen Liter). Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Von der insgesamt freigesetzten Menge wassergefährdender Stoffe konnten laut Bundesamt 28,4 Millionen Liter (91,1 Prozent) zum Schutz der Umwelt wiedergewonnen und anschließend genutzt oder ordnungsgemäß entsorgt werden. 2,8 Millionen Liter konnten nicht wiedergewonnen werden (2018: 3,2 Millionen Liter). Sie schadeten der Umwelt dauerhaft.

Beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in Anlagen wie etwa Ölheizungen, Tankstellen, Biogasanlagen oder Raffinerien wurden im vergangenen Jahr 748 Unfälle registriert. Dabei wurden 30,5 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe freigesetzt. Bei 27,8 Millionen Liter (91 Prozent) handelte es sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um Jauche, Gülle, Silagesickersaft und weitere in der Landwirtschaft anfallende Stoffe (JGS). Sie wurden in erster Linie bei Unfällen in Biogasanlagen und JGS-Anlagen freigesetzt.

JGS-Stoffe gelten als allgemein wassergefährdend. In großen Mengen oder bei besonderen örtlichen Verhältnissen können sie zudem auch Böden gefährden. Von der beim Umgang in solchen Anlagen insgesamt freigesetzten Menge konnten 27,9 Millionen Liter (91,5 Prozent) wiedergewonnen werden.