Berlin - Wegen der Corona-Pandemie fallen in Berlin und Brandenburg erneut Jugendweihe-Feiern aus. Der Jugendweihe-Verein Berlin/Brandenburg hat bereits alle Feiern im April abgesagt. „Wie es ab Mai weitergeht, darüber werden die kommenden Wochen entscheiden“, sagte Geschäftsführer Felix Fischeder. Für die Feiern im April bietet der Verein demnach Ersatztermine im Frühjahr 2022 an. Ein anderer Veranstalter, der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg, hielt an geplanten Feiern am 29. Mai in der Berliner Akademie der Künste sowie in Brandenburg zunächst fest.

Allein in Berlin wollen 4100 Jugendliche beim Humanistischen Verband in diesem Jahr die sogenannte Jugendfeier begehen, sagte Projektleiterin Anett Frontzek. Weil im vergangenen Jahr coronabedingt alle Feiern ausfielen, sei die Nachfrage in diesem Jahr höher als sonst. Normalerweise gebe es zwischen 2500 bis 2700 Anfragen pro Jahr. In den vergangenen Jahren richtete der Verband seine Feiern auch im Berliner Friedrichstadt-Palast aus. Wegen Umbauarbeiten sei das dieses Jahr nicht möglich.

Beim Jugendweihe-Verein wollten nach eigenen Angaben in diesem Jahr 2800 Jugendliche in Berlin und 2200 Jugendliche in Brandenburg feiern. Insgesamt seien 100 Veranstaltungen in beiden Ländern geplant. Wegen der Corona-Pandemie seien im vergangenen Jahr alle 70 Feste verschoben worden.

Jugendweihen könnten online stattfinden

Sollte die Feier auch in diesem Jahr nicht stattfinden können, bieten beide Veranstalter digitale Jugendweihen an. Beide haben Shows aufgenommen, welche die Jugendlichen zu Hause mit ihrer Familie und Freunden schauen können.

Die Jugendweihe gilt als weltliches Pendant zur evangelischen Konfirmation und katholischen Firmung und beruft sich auf humanistische Werte. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es die ersten nicht-religiösen Mündigkeitsfeiern. Wegen des politischen Missbrauchs des Festes in der DDR gingen die Teilnehmerzahlen nach der Wende zunächst zurück. Inzwischen erfreuen sich die Jugendfeiern aber wieder breiter Beliebtheit. In der Regel wird das Fest in der achten Klasse begangen.