Berlin - In Brandenburg gibt es wegen der Pandemie in diesem Jahr nur wenige Open-Air-Festivals. Ob „Wilde Möhre“ oder „Nation of Gondwana“: Festivals, die trotz Corona stattfinden dürfen, haben strenge Regeln. „Wir haben normalerweise mehr als 100 Festivals hier. In diesem Jahr finden vielleicht zehn Prozent davon statt“, erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Brandenburg, Franziska Pollin.

Bei der derzeitigen Begrenzung der Teilnehmerzahlen auf 1000, würden sich größere Events nicht lohnen. Für kleinere Events sei der finanzielle Aufwand für ein ausgefeiltes Hygienekonzept zu groß. Einige Festivals wurden vom Wirtschaftsministerium des Landes als Modellprojekt zugelassen und dürfen somit auch mit mehr Teilnehmern feiern. Die Bedingung: ein gutes Hygienekonzept und eine wissenschaftliche Begleitung. Es soll vor allem auch ausgewertet werden, wie viele Menschen sich beim Feiern auf den Veranstaltungen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Erste Ergebnisse sollen nach Auskunft der Medizinischen Hochschule Brandenburg, die zu einigen Veranstaltungen die Daten erhebt, in einigen Wochen vorliegen. Zu den Projekten gehören die Potsdamer Schlössernacht, das „Nation of Gondwana“ und die „Wilde Möhre“.

Wo ist das Feiern ohne Maske erlaubt?

Auch das Festival „Zurück zu den Wurzeln“, das an diesem und weiteren Wochenenden bis September hinein stattfindet, macht mit. Erwartete Teilnehmerzahl: 3500 je Wochenende. Gefeiert werden darf ohne Maske – nur in wenigen Bereichen wie Toiletten gelte Maskenpflicht. Die Besucher*innen müssen laut Veranstaltern schon bei Anreise einen negativen Corona-Test vorzeigen. Dann wird nochmals getestet, mit Antigen-und PCR-Test. „Wir testen jeden, der auf das Festivalgelände will“, so Veranstalter Björn Oesingmann. 

Bei der „Wilden Möhre“ gibt es unter anderem ein Ampelsystem. Werden Teilnehmende ohne Masken erwischt, schaltet sich die Ampel auf Gelb, ziehen die Feiernden trotz Ansprache keine Maske auf, schaltet sich die Ampel auf Rot. Die Musik wird abgeschaltet – für alle Feiernden. „Den Fall hatten wir zum Glück noch nicht“, sagt Gründer Alexander Dettke. Rund 10.000 Tests seien bereits durchgeführt, bislang nur mit negativen Ergebnissen. 

Mit Blick auf pandemiebedingte Mehrkosten sagt Wurzelfestival-Gründer Oesingmann: „Wir stünden finanziell besser da, wenn wir das Festival in diesem Jahr nicht gemacht hätten.“ Aber es sei wichtig für die kommenden Jahre zu wissen, wie man künftig feiern könne. „Corona“, erklärt Oesingmann, „wird bleiben“.