Wegen Corona-Pandemie: Öffentliche Schulden auf Rekordhoch

Infolge der Pandemie sind die öffentlichen Schulden ganz erheblich gestiegen. Ende 2021 lagen sie bei etwa 2,3 Billionen Euro – ein historischer Rekordwert.

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts erreichte die öffentliche Verschuldung während der Pandemie ein Allzeithoch. (Symbolbild)
Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts erreichte die öffentliche Verschuldung während der Pandemie ein Allzeithoch. (Symbolbild)dpa/Marijan Murat

Die Schulden der öffentlichen Haushalte bei Banken und Privatunternehmen haben im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung waren beim sogenannten nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2021 mit über 2,3 Billionen Euro verschuldet, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Grund sei insbesondere auf Bundesebene, aber auch in einigen Ländern die Bewältigung der Corona-Pandemie. Es handele sich um den höchsten jemals in der Schuldenstatistik gemessenen Schuldenstand.

Wegen Corona: Schulden binnen eines Jahres um 6,8 Prozent gestiegen

Die nun endgültigen Zahlen liegen noch über im März bekanntgegebenen vorläufigen Werten. Die Summe entspreche nun einer Pro-Kopf-Verschuldung von 27.922 Euro, erklärte das Bundesamt. Im März waren noch 27.906 Euro errechnet worden.

Binnen eines Jahres wuchs die öffentliche Verschuldung damit um 6,8 Prozent oder 148 Milliarden Euro. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute und der sonstige inländische und ausländische Bereiche, wie private Unternehmen im In- und Ausland.

Der Bund war Ende 2021 mit etwa 1,5 Billionen Euro verschuldet – 10,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Bundesamt mitteilte. Die Schulden der Länder stiegen um 0,4 Prozent auf 638,5 Milliarden Euro. Die höchste Pro-Kopf-Verschuldung unter den Flächenländern wies das Saarland auf (14.811 Euro).

Die Gemeinden und Gemeindeverbände standen mit 134,2 Milliarden Euro in der Kreide, laut Bundesamt ist dies ein Anstieg um 0,6 Prozent. Die Sozialversicherung war Ende 2021 mit 45 Millionen Euro verschuldet, eine Million mehr als ein Jahr zuvor.