Neuruppin - Nach dem Bekanntwerden von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen Tierquälerei hat das betroffenen Unternehmen seinen Schlachthof in Brandenburg vorerst geschlossen. Die Firma habe dem Veterinäramt mitgeteilt, dass im Januar keine Schlachtungen mehr vorgenommen würden, teilte die Landkreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin mit. Die Geschäftsleitung des Unternehmens äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht zu der Schließung.

Das Deutsche Tierschutzbüro, eine Tierrechtsorganisation mit Sitz in Nordrhein-Westfalen, hatte das Unternehmen bei dem Veterinäramt und der Staatsanwaltschaft angezeigt und in dem Zusammenhang heimlich erstellte Videoaufnahmen vorgelegt. Darauf war nach Angaben der Tierschützer zu sehen, dass Schweine vor der Schlachtung misshandelt und unsachgemäß betäubt wurden. Das Amt hatte in der Folge zwei Mitarbeitern die Erlaubnis zum Arbeiten entzogen. Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch bestätigt, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gegen Verantwortliche der Firma laufe.

Die Geschäftsleitung des Unternehmens teilte dazu mit, sie habe die verantwortlichen Mitarbeiter entlassen und Strafanzeige gegen sie gestellt. Zudem sollten die Arbeitsabläufe so verändert werden, dass solche Verstöße nicht mehr vorkommen könnten, hieß es. So solle im Bereich der Schlachtung beispielsweise eine Videoüberwachung installiert und die sogenannte Betäubeaufzeichnung erneuert werden.