Berlin - Der Berliner Ricardo Lange ist einer der bekanntesten Krankenpfleger Deutschlands. Seit Jahren weist er öffentlich auf die Missstände in der Pflegebranche hin. Wie er nun auf Twitter mitteilte, habe ihm eine Klinik nun sämtliche seiner Dienste als Leiharbeiter gestrichen. Als Grund soll man ihm am Telefon seine große mediale Präsenz genannt haben. 

Auf Twitter schreibt Lange in einem Post, bislang hätte er aufgrund seiner Medienpräsenz „nur“ Beleidigungen erfahren. Weiter heißt es darin: „Nun darf ich in einer Klinik nicht mehr arbeiten weil ich mich zu medienwirksam für die Pflege einsetze. Ich bin enttäuscht!“

„Will fair bleiben“: Lange hält Namen des Krankenhauses geheim

Seit Jahren sei er für die Klinik tätig gewesen, sagte Lange dem Tagesspiegel. Lange arbeitet als Intensivpfleger bei einer Leiharbeitsfirma. Als nicht festangestellter Mitarbeiter habe er nun keine rechtliche Handhabe gegen die Sperrung. Die Krankenhäuser könnten selbst entscheiden, wen sie für Dienste buchen würden.

Er könne die Absage seiner Dienste nicht nachvollziehen, so Lange. Er sei der Klinik gegenüber immer loyal geblieben. Er resümiert: „Das ist ein Schlag ins Gesicht.“ Den Namen des Krankenhauses will er dennoch nicht preisgeben. „Ich finde, das gehört sich nicht. Ich will fair bleiben und glaube an Moral“, erklärte er. 

Lange setzt sich in den sozialen Medien und im Gespräch mit Politikerinnen und Politikern - ähnlich wie der junge Krankenpfleger Alexander Jorde aus Niedersachsen - für eine Verbesserung des Gesundheitssystems und der Arbeitsbedingungen in der Pflege ein.